Klimaaußenpolitik

Visual Glossar-Klimaaußenpolitik

Schlüsselbegriffe der Klimaaußenpolitik

Unser Glossar zur Klimaaußenpolitik bietet Einblicke in Schlüsselbegriffe wie Subventionsabbau, Generationengerechtigkeit, gemeinsame aber differenzierte Verantwortung, Klimagerechtigkeit, Loss & Damage und Phase Down/Out fossiler Energien. Vertiefen Sie Ihr Verständnis für diese wichtigen Themen.

Die interaktive Version finden des Glossars mit anschaulichen Infografiken und Schaubildern finden Sie hier: 
 

Agriculture, Forestry and Other Land Uses (AFOLU)

„Agriculture, Forestry and Other Land Uses“ (AFOLU) – „Landwirtschaft, Forstwirtschaft und andere Formen der Landnutzung“ – ist ein Sammelbegriff der Klimawissenschaft, der die Nutzung von und Einflussnahme auf Landflächen durch den Menschen bezeichnet.

Business-As-Usual-Szenario

Das Business-As-Usual-Szenario (BAU-Szenario) beschreibt die zukünftige Entwicklung der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre unter der Annahme, dass keine weiteren Anstrengungen zur Emissionsminderung unternommen werden. Es wird in Klimamodellen verwendet, um die Folgen von Untätigkeit in den Bereichen Klimapolitik, gesellschaftlichem Verhalten und technologischem Fortschritt bezüglich künftiger Klimaauswirkungen auf Gesellschaften und natürliche Systeme zu untersuchen. 

Common but Differentiated Responsibilities

Das völkerrechtliche Prinzip der „gemeinsamen, aber unterschiedlichen Verantwortung“ (engl. Common but Differentiated Responsibilities, CBDR) begründet die gemeinsame staatliche Verantwortung für den menschengemachten Klimawandel und die damit einhergehende Umweltzerstörung. Das Prinzip erkennt dabei an, dass aufgrund der ungleichen Verursachungsbeiträge zum Klimawandel und unterschiedlichen wirtschaftlichen Kapazitäten der Staaten diese Verantwortung unterschiedlich verteilt ist.

Energiesicherheit

Energiesicherheit wird laut der Internationalen Energieagentur (IEA) definiert als die „unterbrechungsfreie Verfügbarkeit von Energiequellen zu einem erschwinglichen Preis“.

Generationengerechtigkeit

Den Begriff der Generationengerechtigkeit prägt die Frage, welche Welt die heute lebenden Generationen ihren Kindern und Enkeln überlassen. Generationengerechtigkeit beschreibt dabei die Verantwortung heutiger Generationen für die Weitergabe eines gesunden und intakten Planeten an zukünftige Generationen. Dies umfasst soziale, politische, und ökonomische Aspekte, aber auch ökologische Bereiche wie die Artenvielfalt, natürliche Ressourcen, nuklearer Müll, die Emission von Treibhausgasen und den Klimawandel.

Grüne Industriepolitik

Industriepolitik wird grün, wenn dekarbonisierte wirtschaftliche Aktivitäten und die Einhaltung planetarer Grenzen ebenso wie etwa das soziale Wohlergehen zu zentralen Regierungszielen werden. Grüne Industriepolitik steht heute ganz oben auf der politischen Agenda vieler Länder, weil sie wesentlich ist, um jene sozial-ökologischen Herausforderungen anzugehen, die Märkte allein in der Regel nicht lösen.

Hoffnung

Angesichts verschiedener globaler Krisen und langsamer Fortschritte im Klimaschutz ist es schwer, hoffnungsvoll zu bleiben. Dennoch ist Hoffnung ein entscheidender Bestandteil für eine wirkungsvolle Klimaaußenpolitik.

Just Energy Transition Partnerships

Just Energy Transition Partnerships (JETPs) sind eine neue plurilaterale Struktur zum beschleunigten Ausstieg aus fossilen Energien. Diese zwischenstaatlichen Partnerschaften koordinieren Finanzmittel und technische Hilfe aus Ländern des Globalen Nordens für ein Empfängerland, um dieses beim beschleunigten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu unterstützen.

Klimaaußenpolitik

Klimaaußenpolitik umfasst die Bereiche Klimaschutz, Anpassung und Prävention sowie Umgang mit klimabedingten Krisen, bei denen nationale Interessen mit denen anderer Länder konvergieren oder diesen entgegenstehen.

Klimagerechtigkeit

Klimagerechtigkeit ist ein normatives Konzept, das den menschengemachten Klimawandel als ethisches und soziales Problem betrachtet. Es besteht aus zwei wesentlichen Aspekten: einerseits Gerechtigkeit in Bezug auf die Verantwortung für den Klimawandel und andererseits Gerechtigkeit in Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels.

Klimamigration

Klimamigration oder klimabedingte Migration beschreibt die permanente oder vorrübergehende Änderung des Aufenthaltsortes einer Person beziehungsweise Personengruppe aufgrund von Umweltveränderungen durch den Klimawandel.

Land Use, Land Use-Change and Forestry (LULUCF)

Der Begriff „Land Use, Land Use-Change and Forestry“ (LULUCF) umfasst verschiedene Formen der Landnutzung und des Managements von Ökosystemen, einschließlich der Waldwirtschaft (nicht inkludiert ist die Landwirtschaft, die als separater Sektor gezählt wird – siehe auch Begriff AFOLU).

Loss and Damage

Klimabedingte Verluste und Schäden („Loss and Damage“) beschreibt bereits eingetretene negative ökonomische, kulturelle und gesellschaftliche Folgen des Klimawandels. Zurückzuführen ist dies auf die Erkenntnis, dass kein noch so großer Beitrag zur Eindämmung der Klimakrise und zur Anpassung an Klimafolgen alle negativen Auswirkungen des Klimawandels verhindern kann.

Nationale Beitragsziele (NDCs)

Die „Nationally Determined Contributions“ (NDCs), zu Deutsch „Nationale Beitragsziele“, sollen alle fünf Jahre von allen Vertragsparteien beim Klimasekretariat der Vereinten Nationen abgegeben werden. Diese zeigen auf, wie einzelne Staaten planen, Emissionen einzusparen, um so zur Erreichung des vereinbarten Klimaziels beizutragen, sprich die globale Erderwärmung auf unter 2°C und idealerweise auf 1,5°C über dem vorindustriellen Temperaturniveau zu beschränken. Die Zielsetzungen sollen regelmäßig angepasst werden. Dabei gilt das...

Nationalen Anpassungspläne (NAPs)

Die „Nationalen Anpassungspläne“ (NAPs) werden von Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) entwickelt. Ihre Entwicklung ist eingebunden in einen diplomatischen Prozess, der 2010 auf der COP16 in Cancún seinen Anfang nahm, bekannt als Cancún Adaptation Framework.

Negative Emissionen

Der Weltklimarat (IPCC) definiert Negativ-Emissionen als die Entnahme von Treibhausgasen aus der Atmosphäre durch menschliche Aktivitäten (zusätzlich zu der Speicherung von CO2 durch den natürlichen Kohlenstoffkreislauf).

Ökozid

Unter dem Begriff „Ökozid“ (engl. Ecocide) wird im Völkerstrafrecht sowie im europäischen und nationalen Strafrecht die Strafbarkeit von massiven Schädigungen oder der Zerstörung von Ökosystemen durch menschliche Handlungen als schwerwiegendes Verbrechen diskutiert.

Phase Down und Phase Out Fossiler Energien

Der Begriff des „Phase Down“ bezieht sich auf die strukturierte Reduktion der Nutzung fossiler Energien, der „Phase Out“ auf ihre vollständige Beendigung.

Planetare Grenzen

Das 2009 erstmals vorgestellte Konzept der planetaren Grenzen beschreibt die Belastbarkeit unseres Planeten und analysiert den menschlichen Einfluss auf verschiedene Teile des Erdsystems.

Santiago Network

Das Santiago Network for Loss and Damage ist ein Verband diverser internationale Organisationen, Netzwerke und Initiativen und Institutionen mit dem Ziel, Verluste und Schäden durch den Klimawandel zu bekämpfen. Es wurde 2019 auf der COP25 im Rahmen des "Warsaw International Mechanism for Loss and Damage" mit dem Ziel gegründet, technische Unterstützung bei der Adressierung von Klimafolgen in besonders betroffenen Entwicklungsländern zu katalysieren (Beschluss 2/CMA.2).

Subventionsabbau

Der Subventionsbegriff umfasst die finanzielle Zuwendung oder Unterstützung zur Förderung, zur Produktion und Verarbeitung, zum Verkauf oder zum Konsum von fossilen Brennstoffen.

Warschauer Internationale Mechanismus für Schäden und Verluste

Der „Warschauer Internationale Mechanismus für Schäden und Verluste im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Klimawandels“ (englisch: „Warsaw International Mechanism for Loss and Damage”, WIM) wurde im November 2013 bei der COP19 in Warschau als Institution unter der Klima-Rahmenkonvention (UNFCCC) eingerichtet.

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