Der gebremste Präsident
Der gebremste Präsident

Ein Jahr Macron

von Claire Demesmay, Julie Hamann | Frankreich, Europäische Union

Vor einem Jahr wurde Emmanuel Macron mit einem ehrgeizigen Reformprogramm gewählt: Innenpolitische Reformen sollen die französische Wirtschaft und das Sozialsystem tiefgreifend ändern; die EU will er in der Verteidigungs-, Währungs- und Migrationspolitik voranbringen. Während Paris die Strukturreformen des französischen Sozial- und Wirtschaftssystems anging, stockt die Europapolitik. Die deutsche Politik verharrt in alten Denkmustern und zögert – obwohl Macron mit seiner Agenda ein hohes Risiko eingeht.

zum thema

Kompakt

Vorteilhafte Verschiedenheit
Vorteilhafte Verschiedenheit

Zeit für gemeinsame außenpolitische Initiativen von Frankreich und Deutschland

von Claire Demesmay, Jana Puglierin, Laure Delcour, Barbara Kunz, Stefan Meister, Andreas Rinke, Frédéric Charillon, Laura Lale Kabis-Kechrid, Dorothée Schmid | Frankreich

Angesichts der beunruhigenden Instabilität an Europas Außengrenzen ist es höchste Zeit für gemeinsame außenpolitische Initiativen von Frankreich und Deutschland – und durch die neue Regierung in Deutschland bietet sich dazu gerade eine gute Gelegenheit. Diese Studie zeigt, wie sich Berlin und Paris bei vier zentralen Themen annähern könnten: Russland, den transatlantischen Beziehungen, Syrien und der Türkei. Beide Länder müssten dazu nur ihre Unterschiede als einen Vorteil begreifen.

Analyse

In der Eskalationsspirale
In der Eskalationsspirale

Russland und der Westen nach der Wahl

von Stefan Meister, Sarah Pagung, Wilfried Jilge | Russische Föderation, Wahlen

Russlands Präsident Putin ist seit seiner Wiederwahl gestärkt. In den Beziehungen Russlands zum Westen ist daher auf Entspannung kaum zu hoffen. Die Eskalationsspirale, zuletzt angeheizt durch den Anschlag auf den früheren Doppelagenten Skripal, wird sich weiterdrehen. DGAP-Experten skizzieren in diesem DGAPkompakt, wie sich die russischen Beziehungen zu Deutschland, EU und USA sowie im Konfliktthema Ukraine fortentwickeln werden, welchen Dynamiken sie unterliegen und wie der Westen reagieren sollte.

Zeitschrift IP

IP März/April: Supermacht Asien
IP März/April: Supermacht Asien

Lange hatte man in Europa und Amerika geglaubt, die Welt werde stetig westlicher. Passiert nun das genaue Gegenteil? Es scheint so. Wir erleben den schleichenden Anbruch einer neuen Welt, in der ein westlicher und ein asiatischer Pol sich miteinander vernetzen, aber zugleich in immer stärkerem Systemwettbewerb miteinander stehen. Derweil erodiert die Ordnung, die eine „freie Welt“ gewährleisten sollte. „Easternization“ – „Veröstlichung“ – nennt das der Journalist Gideon Rachman. Höchste Zeit für Europa, sich mit dem gar nicht mehr so Fernen Osten zu beschäftigen.

Analyse

Die Risiken des amerikanischen Protektionismus für Europa
Die Risiken des amerikanischen Protektionismus für Europa

von Philipp Liesenhoff | Vereinigte Staaten von Amerika, Wirtschaft & Finanzen

US-Präsident Trumps Strafzölle sind riskant für Europa, das Welthandelssystem und die Welthandelsorganisation (WTO). Auf europäische Firmen kämen Absatzeinbußen zu, wenn z.B. China Überkapazitäten nach Europa lenkt. Makroökonomisch würde ein Handelskrieg Preise, Wachstum und Finanzstabilität schwächen. Die EU sollte gemeinsam gegen den US-Protektionismus agieren und bereit sein, auch andere Politikfelder für einen Kompromiss zu nutzen. Die Reform der Eurozone drängt, um wirtschaftlich resilient zu sein.

Standpunkt

Raus aus der Komfortzone
Raus aus der Komfortzone

Deutschland und Frankreich müssen in Europa liefern!

von Claire Demesmay | Frankreich, Europäische Union

In Paris und Berlin wird derzeit die Wiederbelebung der deutsch-französischen Kooperation beschworen, um auf die vielen Blockaden in der EU zu reagieren. Projekte sind in Vorbereitung, doch bei strittigen Themen – wie die Eurozonen-Reform, die Stärkung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie die Migrations- und Asylpolitik – tun sich beide Länder schwer, ihre Divergenzen zu überwinden. Neben Kompromissen sollten beide Regierungen auch unbequeme und kreative Wege der Kooperation einschlagen.

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