Der Deutsch-Französische Tag am 22. Januar lädt zu einem nüchternen Blick auf die bilateralen Beziehungen ein. Diese werden von Beobachtern gerne personalisiert und psychologisiert. Auch aktuell wird aus fehlenden Kompromissen zwischen den beiden Staaten ein Machtkampf zwischen Emmanuel Macron und Friedrich Merz konstruiert – zwischen dem scheidenden Präsidenten, der auf die Geschichtsbücher schielt, und dem Kanzler, der sein Land zur EU-Führungsmacht machen möchte. Strukturelle Gründe drohen so aus dem Blick zu geraten – ein Fehler, der stetig korrigiert werden muss.