07. November 2016

US-Präsidenschaftswahl: DGAP-Medienkontakte

Was bedeuten die US-Wahlen am 8. November für die Vereinigten Staaten selbst – sowohl innenpolitisch wie auch als globale Führungsmacht –, und was für die Beziehungen zu Europa? Experten der DGAP, die zum Thema arbeiten, stehen für Pressegespräche (Print wie Rundfunk) zur Verfügung und können die Ereignisse unter verschiedenen Schwerpunkten erläutern.

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Die Pressestelle (Christine Krüger, presse@dgap.org, +49(0)30 25 42 31 32, +49(0)176 57 78 44 54) setzt Sie gerne mit der jeweiligen Person in Verbindung. Zitate dürfen verwendet werden.

Dr. Daniela Schwarzer, Otto Wolff-Direktorin des Forschungsinstituts
Expertise: Transatlantische Beziehungen, Entwicklungen in der EU, deutsche Aussen- und Europapolitik

„Die diesjährige US-Präsidentschaftswahl hat sich zu einer Entscheidung über die liberale Demokratie in den USA und die Rolle der Vereinigten Staaten in der Welt entwickelt. Für Europa bedeutet auch ein Wahlsieg Clintons, dass wir in außen- und sicherheitspolitischer Hinsicht mehr Verantwortung übernehmen müssen. In der künftigen Gestaltung der transatlantischen Beziehungen wird Berlin eine Schlüsselrolle zukommen – Washington sieht Berlin als wichtigsten Ansprechpartner in der EU.“


Dr. Henning Riecke
, Programmleiter USA/Transatlantische Beziehungen

Expertise: Außen- und Sicherheitspolitik Deutschlands und der USA, Transatlantische Sicherheitspolitik

„Die USA haben auf der internationalen Bühne durch den Wahlkampf Schaden genommen. Und die Krise ist mit der Wahl nicht zu Ende: Das Übergewicht extremer Positionen, eine politische Kultur des Skandals, diffuser Hass aufs politische Establishment untergraben die politische Legitimierung und beschränken die Handlungsfähigkeit der Regierung.“


Dr. Josef Braml
, Leiter der Redaktion DGAP-Jahrbuch

Expertise: Amerikanische Weltordnungsvorstellungen und transatlantische Beziehungen, Religion und Politik in den USA

„Auch der nächste Präsident wird wenig Handlungsspielraum in der Wirtschafts- und Sozialpolitik haben, da der Kongress die meisten Initiativen ausbremsen wird – Interessengruppen wollen die Regierung lahmlegen, damit diese keine Steuern erhebt oder ihre Geschäfte reguliert. Und das ist das größte Problem der USA, weil die durch die Geldpolitik der Notenbank gekaufte Zeit ausläuft.“


Dr. Jana Puglierin
, Programmleiterin Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen

Expertise: Transatlantische Beziehungen, Europäische Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik

„Wer auch immer die Wahl gewinnt: Wir Europäer werden zukünftig mehr leisten müssen – dies gilt besonders für Deutschland. Die Obama-Ära wird uns als Zeit in Erinnerung bleiben, in der sich die amerikanische Führungsrolle in Europa verändert hat: Das Weiße Haus hat uns signalisiert, dass wir für die europäische Sicherheit mehr Verantwortung übernehmen und mehr Ressourcen bereitstellen müssen.“


Dr. Stefan Meister
, Programmleiter Robert Bosch-Zentrum für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien

Expertise: Russische Außen- und Sicherheitspolitik, EU-Russland-Beziehungen

„Für die russische Führung hatte der polarisierte US-Wahlkampf mit zwei unbeliebten Kandidaten eine größere Wirkung als jede Propagandaaktion sie hätte erzielen können. Auch wenn Russland wohl Trump unterstützte, dienten diesbezügliche Leaks und Informationskampagnen vielmehr dazu, die Selbstdiskreditierung der US-amerikanischen Demokratie als tatsächlich einen Kandidaten zu befördern.“


Svenja Sinjen
, Programmleiterin Berliner Forum Zukunft

Expertise: Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Transatlantische Sicherheitsbeziehungen/NATO, Konfliktmanagement Syrien/Irak

„Unter Clinton werden sich die USA vermutlich wieder stärker als Ordnungsmacht positionieren und dabei mehr substanzielle Unterstützung aus Deutschland einfordern – auch militärische. Sollte Trump Präsident werden, könnte das Preisschild für amerikanisches Engagement in der NATO sehr viel höher als bisher werden. Eventuell wird Europa in der einen oder anderen handfesten Krise auch ohne die USA agieren müssen.“


Dr. Claudia Schmucker
, Programmleiterin Globalisierung und Weltwirtschaft

Expertise: Transatlantische Wirtschaftsbeziehungen, Globalisierung und Weltwirtschaft, G7/G20, Internationale Wirtschaftsorganisationen

„Für TTIP und Europas Handel mit den USA bedeutet dieser Wahlkampf vor allem Unsicherheit über das weitere Vorgehen. Auch unter Clinton werden bestehende Verhandlungen zunächst auf Eis gelegt, um die amerikanische Handelspolitik neu auszurichten.“