Nationalen Anpassungspläne (NAPs)

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Die „Nationalen Anpassungspläne“ (NAPs) werden von Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) entwickelt. Ihre Entwicklung ist eingebunden in einen diplomatischen Prozess, der 2010 auf der COP16 in Cancún seinen Anfang nahm, bekannt als Cancún Adaptation Framework. Dieser zielt darauf ab, gerade die am wenigsten entwickelten Länder, die sogenannten Least Developed Countries (LDC), bei ihrer mittel- bis langfristigen Planung zur Anpassung an Klimafolgen zu unterstützen. Der NAP-Prozess hat dabei zwei Hauptziele

  1. Die Reduzierung der Vulnerabilität gegenüber den Folgen des Klimawandels durch verstärkte Anpassungsfähigkeit und Resilienz. 
  2. Die Integration von Anpassung in neue und bestehende nationale Maßnahmen und Programme innerhalb verschiedener Sektoren und Ebenen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Planungsprozessen und Strategien der Entwicklungspolitik. (siehe hier den Wortlaut der Übersetzung) 

Bis zum 22. September 2023 haben 48 Länder NAPs vorgelegt, die länderspezifische Prioritäten widerspiegeln. So enthält der NAP von Burkina Faso aus dem Jahr 2015 Ziele zur Sicherung nachhaltiger Ernährungssicherheit sowie zur Bewahrung der Wasserressourcen und Verbesserung des Zugangs zur Sanitärversorgung. Kenias NAP aus dem Jahr 2017 verknüpft Ansätze zu wirtschaftlichem Wachstum, resilienten Ökosystemen und nachhaltigen Lebensgrundlagen. 

Während die NAPs Chancen zum Resilienzaufbau bieten, können die Entwicklung, die Umsetzung und das Monitoring dieser Pläne ressourcenintensiv sein. Insbesondere, wenn die Pläne nicht alle betroffenen Bevölkerungsgruppen in den Blick nehmen, können sie zu einer Vertiefung von Ungleichheiten führen. Deshalb müssen Entscheidungsträger:innen darauf achten, dass sie einerseits möglichst viele Menschen unterstützen und anderseits die Bedürfnisse von Minderheiten berücksichtigen. Darüber hinaus ist die Frage ihrer Umsetzung noch offen und kann politische Barrieren, konkurrierende Prioritäten und begrenzte institutionelle Kapazitäten mit sich bringen. Dennoch kann die Integration von Klimaanpassung in nationale Maßnahmen und Programme ein wichtiges Instrument zum Umgang mit Klimafolgen sein.

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