Programm Naher Osten und Nordafrika

Seit 2011 befinden sich der Nahe Osten und Nordafrika im Umbruch. Die Entwicklungen sind, mit wenigen Ausnahmen, alarmierend. Eine selbst für diese konfliktträchtige Region beispiellose Gewaltwelle und innergesellschaftliche, zwischenstaatliche und regionale Konflikte destabilisieren die Region mit direkten Konsequenzen für Europa. Bevor sinnvolle lokale sowie deutsche und europäische Maßnahmen zum Umgang mit diesen Herausforderungen entwickelt werden können, gilt es, diese zu verstehen und einzuordnen.

Hier setzt das Programm Naher Osten und Nordafrika an. Workshops, Hintergrundgespräche und Publikationen sollen Komplexitäten aufbrechen, Wissen generieren, Lösungsansätze entwickeln und Verständnis für Interessen und Bedürfnisse sowohl der Länder in der Region als auch der europäischen Seite schaffen. So entstehen sinnvolle Handlungsempfehlungen sowohl für die deutsche und europäische Seite als auch für Akteure im Nahen Osten und Nordafrika. Zum Erreichen dieser Ziele arbeitet das Programm eng mit ExpertInnen und MultiplikatorInnen aus den betroffenen Ländern zusammen.

Von 2011 bis 2016 bildeten Ägypten, Tunesien, Marokko und die Türkei einen thematischen Schwerpunkt der Programmarbeit: Neben innenpolitischen Entwicklungen in diesen Ländern lag der Fokus hierbei auf regionalen Dynamiken, die sich auf diese Länder auswirken, und den Reaktionen der internationalen Politik.

Im Jahr 2014 kam ein Forschungsprojekt zum Engagement der Golfstaaten in Ägypten und Tunesien und zu den politischen und wirtschaftlichen Implikationen dieser Unterstützung hinzu.

Aktivitäten und Initiativen

Schwerpunkte

  • Sozioökonomische Entwicklungen
  • Politischer Islam
  • Islamistischer Terrorismus
  • Engagement der Golfstaaten (Saudi-Arabien, VAE und Katar) in Ägypten und Tunesien

Bitte beachten: Leider können wir derzeit keine Praktika im Programm Naher Osten und Nordafrika annehmen. 

Publikationen

  • Erdoğans Echokammer: Die türkische Lira-Krise ist hausgemacht

    von Kristian Brakel | Türkei, Wirtschaft & Finanzen
    DGAPstandpunkt 18, 16. August 2018, 3 S.

    Erdoğans Echokammer: Die türkische Lira-Krise ist hausgemacht

    Nicht die von US-Präsident Trump angekündigte Erhöhung der Zölle auf Stahlimporte ist für den Verfall der Lira verantwortlich. Die Krise ist vielmehr Ergebnis einer ins Trudeln geratenen Wirtschaftspolitik. Die aktuelle türkische Wirtschaftspolitik ist dabei symptomatisch für das immer autoritärer werdende „System Erdoğan“: Nepotismus, die Säuberung des Staatsapparats, die Verschmelzung des Präsidenten mit dem Staat und eine überambitionierte Außenpolitik zeigen jetzt ihre negative Wirkung.

  • Kurzfristiger Gewinner, langfristiger Verlierer

    Aufgekündigtes Atomabkommen mit Iran

    von Sebastian Sons | Iran, Sicherheitspolitik
    DGAPkompakt 14, 24. Juli 2018, 5 S.

    Kurzfristiger Gewinner, langfristiger Verlierer

    Durch den US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit Iran sieht sich Saudi-Arabien als Regionalmacht gestärkt. Doch dies könnte sich als trügerische Wahrnehmung erweisen: Denn auch Iran konnte seinen Einfluss in Richtung Syrien und Irak ausbauen. Für die Region droht neue Instabilität. Der Konflikt zwischen Iran und Israel könnte sogar in einem neuen Wettrüsten münden. Deshalb sollte die saudische Führung US-Präsident Trump auf ein neues Abkommen drängen. Auch Deutschland sollte diesen Schritt unterstützen.

  • Wahlen in der Türkei: Das System Erdoğan zeigt Risse

    Die regierende AKP könnte am 24. Juni ihre Mehrheit im Parlament verlieren – mit der Folge weiterer Destabilisierung

    von Kristian Brakel | Türkei, Wahlen
    DGAPkompakt 11, 21.06.2018, 4 S.

    Wahlen in der Türkei: Das System Erdoğan zeigt Risse

    Die vorgezogenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Türkei am 24. Juni haben unerwartet an Dynamik gewonnen. Dank eines charismatischen Spitzenkandidaten und einem neuen Wahlgesetz ist die Opposition aus dem Dornröschenschlaf aufgewacht. Zugleich schwächen wirtschaftliche Probleme Präsident Erdoğan und seine Regierungspartei AKP. Für einen Abgesang auf Erdoğan ist es sicher zu früh, aber die neuen Allianzen zeigen, dass auch eine autoritäre Regierung keine Machtgarantie besitzt.

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