Die Geschichte der DGAP

Content navigation

  1. Related content

Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. (DGAP), blickt auf eine langjährige Geschichte zurück, die ihren Anfang im Jahre 1945 mit der Gründung einer Zeitschrift fand.

1945 bis 1949

1945

Mit der offiziellen Registrierung des Verlagsunternehmens "Europa-Archiv" legt Wilhelm Cornides am 6. Juli 1945 in Frankfurt den Grundstein zur Herausgabe einer außenpolitischen Zeitschrift. Nach Bewilligung durch die Besatzungsbehörde erscheint im Juli 1946 die erste Ausgabe der Zeitschrift in einer Auflage von 10.000 Stück. Die später in IP – INTERNATIONALE POLITIK umbenannte Zeitschrift trägt den Namen Europa-Archiv bis 1995.

1947

Der Aufbau eines Schnittarchivs und die Herausgabe der ersten Dokumentationsbände zur internationalen Politik und Wirtschaft in Deutschland werden zum Grundstock der späteren Bibliothek und Dokumentationsstelle der DGAP.

1949

Hermann Volle übernimmt die Chefredaktion der Zeitschrift, Wilhelm Cornides bleibt Herausgeber.
1950 bis 1959

1952

Wilhelm Cornides und Theodor Steltzer, Leiter des Instituts für Europäische Politik und Wirtschaft in Frankfurt, bereisen die USA und nehmen erste Kontakte zu amerikanischen Instituten auf, u. a. dem Council on Foreign Relations.

1953

Cornides und Steltzer führen mit Fachleuten des Londoner Chatham House sowie mit Vertretern der deutschen Wirtschaft und Politik vorbereitende Gespräche über die Gründung eines deutschen Instituts, unter ihnen: Prof. Arnold Toynbee (Chatham House), Dr. Heinrich von Brentano (Außenminister der Bundesrepublik Deutschland von 1955 bis 1963), Dr. Günter 
Henle (Geschäftsführender Gesellschafter von Klöckner & Co.), Hermann J. Abs (Vorstandssprecher der Deutschen Bank), Wilhelm Beutler (Hauptgeschäftsführer des BDI) Staatssekretär Walter Hallstein, Prof. Dr. Wilhelm Grewe (Leiter der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes), Otto Wolff von Amerongen, Erich Ollenhauer (SPD), Dr. Gerhart Lütkens (SPD), Bundespräsident Theodor Heuss (FDP).

1955

Am 29. März 1955 erfolgt die Gründung der DGAP in der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Die Festansprachen halten Bundeskanzler Konrad Adenauer, Dr. Günter Henle und Prof. Dr. Hans Rothfels.

Dr. Günter Henle wird zum ersten Präsidenten der DGAP gewählt. Geschäftsführender stellvertretender Präsident wird Theodor Steltzer.

Zur finanziellen Unterstützung der Gesellschaft wird gleichzeitig auch der „Fördererkreis der DGAP“ gegründet. Dem Fördererkreis treten 53 Unternehmen bei.

Im gleichen Jahr konstituiert sich der Forschungsausschuss der DGAP, das spätere Wissenschaftliche Direktorium. Arnold Bergstraesser wird zum ersten Direktor des Forschungsinstituts der DGAP gewählt.

Der Hauptsitz der DGAP befindet sich zunächst in Frankfurt. In Bonn wird eine Geschäftsstelle unter der Leitung von Dietrich Mende eingerichtet.

1958

Ulrich Gembardt wird Direktor des Forschungsinstituts.

Die DGAP bringt den ersten Band des „Jahrbuchs Internationale Politik“ heraus.

1960 bis 1969

1960

Forschungsinstitut, Zeitschrift und Bibliothek der DGAP ziehen von Frankfurt nach Bonn.

Walther Becker (Botschafter a. D.) wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident.

1961

Hans-Adolf Jacobsen wird zum Direktor des Forschungsinstituts berufen.

1965

Wilhelm Cornides übernimmt neben seiner Rolle als Herausgeber des Europa-Archivs die Nachfolge von Hans-Adolf Jacobsen als Direktor des Forschungsinstituts.

Georg Federer (Botschafter a. D.) wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident.

1966

Im Alter von 46 Jahren erliegt Wilhelm Cornides einer Krankheit.

Der Journalist Dr. Wolfgang Wagner wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident und tritt die Nachfolge von Wilhelm Cornides als Direktor des Forschungsinstituts und Herausgeber des Europa-Archivs (ab 1967) an.

1968

Gebhardt von Walter (Botschafter a. D.) wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident.

1970 bis 1979

1970

Der Forschungsausschuss wird durch das kleinere Wissenschaftliche Direktorium abgelöst.

Karl Carstens wird zum Direktor des Forschungsinstituts berufen.

1973

Kurt Birrenbach (Thyssen AG) wird zum Präsidenten der DGAP gewählt.

Prof. Dr. Karl Kaiser tritt die Nachfolge von Karl Carstens als Direktor des Forschungsinstituts an.

1978

Herbert Trebesch (Admiral a. D.) wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident.

1980 bis 1989

1980

Zum 25. Jahrestag der Gründung der DGAP spricht Außenminister Hans-Dietrich Genscher auf einer Festveranstaltung in Bonn über „Deutsche Außenpolitik für die 80er Jahre“.

1981

Günter Diehl (Botschafter a. D.) tritt als neuer Präsident der DGAP die Nachfolge von Kurt Birrenbach an.

1984

Erich Straetling (Botschafter a. D.) wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident.

1986

Hermann Volle wird nach über 40 Jahren als Chefredakteur des 
Europa-Archivs von Dr. Jochen Thies abgelöst.

1987

C. Peter Henle (Klöckner & Co.) wird zum Präsidenten der DGAP gewählt.

Die Bibliothek und Dokumentationsstelle der DGAP wird Mitglied im Fachinformationsverbund „Internationale Beziehungen und Länderkunde“.

1989

Günter van Well (Botschafter a. D.) wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident.

1990 bis 1999

1990

Nelson Mandela spricht in der DGAP über die Zukunft Südafrikas.

1991

In Anwesenheit von Otto Wolff von Amerongen, dem langjährigen Förderer der DGAP, und Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt, wird das Amt des Direktors des Forschungsinstituts in „Otto Wolff-Direktor“ umbenannt.

1993

Werner Lamby (VIAG AG) wird zum Präsidenten und Reinhard Schlagintweit (Botschafter a. D.) zum Geschäftsführenden stellvertretenden Präsidenten der DGAP gewählt.

Dr. Angelika Volle übernimmt die Chefredaktion des Europa-Archivs.

1995

Auf dem Festakt zum 40-jährigen Bestehen der DGAP im Bonner „Wasserwerk“ hält Bundespräsident Roman Herzog seine erste außenpolitische Rede.

Die Zeitschrift Europa-Archiv wird in IP – INTERNATIONALE POLITIK umbenannt und Prof. Dr. Werner Weidenfeld als Herausgeber berufen.

Die DGAP erwirbt das Gebäude der ehemaligen Königlich Jugoslawischen Gesandtschaft in Berlin-Tiergarten und beginnt zunächst mit fünf Mitarbeitern ihren Forschungs- und Vortragsbetrieb in Berlin.

1996

Auf dem Festakt zum 50. Jubiläum der Zeitschrift IP im Bonner „Wasserwerk“ sprechen die Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth und Otto Wolff von Amerongen.

Dieter von Würzen wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident.

Mit Förderung der Robert Bosch Stiftung startet die DGAP das „Forum europäische Außenpolitik“ mit Sommerschulen, Konferenzen und Tagungen für den außenpolitischen Nachwuchs in Europa.

1997

Reinhard Schlagintweit (Botschafter a. D.) übernimmt in einer zweiten Amtszeit abermals die Position des Geschäftsführenden stellvertretenden Präsidenten.

1999

Umzug der DGAP von Bonn nach Berlin. Zur feierlichen Einweihung des wiederhergestellten Gebäudes in der Rauchstraße 17/18 spricht Bundeskanzler Gerhard Schröder. Mit der Unterstützung vieler DGAP-Mitglieder und Kooperationspartnern wie dem „Haus der Geschichte“ führt die DGAP ihren Bonner Veranstaltungsbetrieb auch nach dem Umzug fort.

Auf der Mitgliederversammlung am 24. November 1999 wird unter dem Präsidenten Dr. Ulrich Cartellieri (Deutsche Bank) und seinem Stellvertreter Dr. Immo Stabreit (Botschafter a. D.) eine neue Satzung verabschiedet und ein neues Präsidium gewählt. Das Geschäftsführende Präsidium wird durch den Exekutivausschuss ersetzt. Redner auf der Mitgliederversammlung ist Außenminister Joschka Fischer.

Mit dem Start des „Berliner Forums Zukunft“ beschäftigt sich die DGAP fortan intensiv auch mit Fragen der europäischen und transatlantischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrt.

2000 bis 2009

2000

Als englische Ausgabe der Zeitschrift IP erscheint erstmals die „Transatlantic Edition“ (später: Global Edition). Editor dieser Ausgabe wird Elizabeth Pond.

Die DGAP richtet die „Arbeitsstelle Europa“ ein, in der die europapolitische Diskussion verfolgt und durch Veröffentlichungen begleitet wird.

2001

Hans-Dietrich Genscher (Außenminister a. D.) wird Präsident der DGAP.

Unter der Adresse www.weltpolitik.net (später: www.aussenpolitik.net) geht ein neues umfassendes Internetangebot der DGAP online.

Die DGAP richtet die „Arbeitsstelle USA/Transatlantische Beziehungen“ zur kontinuierlichen Analyse der amerikanischen Außenpolitik und der Entwicklung der transatlantischen Beziehungen ein.

2002

Leopold Bill von Bredow (Botschafter a. D.) wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident.

2003

Alfred Freiherr von Oppenheim wird Nachfolger von Hans-Dietrich Genscher im Amt des Präsidenten der DGAP.

Prof. Dr. Eberhard Sandschneider (Freie Universität Berlin) wird zum Otto Wolff-Direktor des Forschungsinstituts berufen.

Sabine Rosenbladt übernimmt die Chefredaktion der Zeitschrift IP.

2004

Fritjof von Nordenskjöld (Botschafter a. D.) wird Geschäftsführender stellvertretender Präsident.

2005

Dr. Arend Oetker wird Präsident der DGAP. Er tritt die Nachfolge von Alfred Freiherr von Oppenheim an, der unerwartet im 71. Lebensjahr verstirbt.

Das 50-jährige Bestehen der DGAP wird in der Berliner Philharmonie im Rahmen eines großen Festakts gefeiert. Bundespräsident Horst Köhler würdigt in seiner Ansprache die Rolle der DGAP als kritische Begleiterin der deutschen Außenpolitik.

Prof. Dr. Dr. h. c. Werner Weidenfeld legt sein Amt als Herausgeber der Zeitschrift IP nieder. Die IP wird künftig von der DGAP direkt herausgegeben.

Die Zeitschrift IP erscheint in einem neuen Design und wird fortan nicht nur im Abonnement, sondern auch im Handel vertrieben.

2006

Zur Intensivierung der europapolitischen Debatte gründet die DGAP das „Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen“ (AOZ).

Das DGAPforum München wird mit einem Vortrag von Georg A. Boomgaarden, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, feierlich eingeweiht.

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hält ihre erste außenpolitische Rede in der DGAP zur „Rolle der Europäischen Union auf der internationalen Bühne“.

2007

Das dritte DGAPforum wird in Hamburg gegründet. Die Eröffnungsrede hält Dr. Christoph Heusgen, außen- und sicherheitspolitischer Berater von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

2008

Auf Schloss Wackerbarth in Radebeul wird das DGAPforum Sachsen gegründet.

Gründung der Jungen DGAP

2009

Die Chefredaktion der IP wird in die Hände von Dr. Sylke Tempel gelegt. Die Zeitschrift wechselt ihren Erscheinungsrhythmus. Der Abo-Auflage der IP liegt fortan die englischsprachige Global Edition als Supplement bei.

Mit der Gründung des DGAPforums NRW wird der Veranstaltungsbetrieb über Bonn hinaus auch auf die Städte Köln und Düsseldorf ausgeweitet. Zum Auftakt startet die DGAP mit Vorträgen von Staatssekretär Silberberg und Kanzleramtschef Thomas de Maizière.

2010 bis heute

2010

Paul Freiherr von Maltzahn (Botschafter a. D.) wird zum Geschäftsführenden stellvertretenden Präsidenten der DGAP gewählt.

Die Stiftung der DGAP für Auswärtige Politik wird zur langfristigen Sicherung der Finanzierung der DGAP gegründet. Als Schirmherr der Stiftung lädt Berthold Beitz, Gründungsmitglied der DGAP, zu einem Festakt in die Essener Villa Hügel.

In Kooperation mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Bank Vontobel wird das DGAPforum Frankfurt gegründet. Auf der Eröffnungsfeier spricht Jean-Claude Juncker, Premierminister von Luxemburg, zur Zukunft der Europäischen Währungsunion.

2011

Die DGAP Consulting GmbH wird als Tochtergesellschaft des Fördererkreises der DGAP e.V. gegründet. Die DGAP Consulting bietet Unternehmen, Organisationen und Verbänden individuelle Beratungs-und Serviceleistungen zu allen Fragen der Außenpolitik und soll mit ihren Geschäftstätigkeit Überschüsse erwirtschaften, die der DGAP e.V. über den Fördererkreis zur Finanzierung ihrer gemeinnützigen Arbeit wieder zufließen.

2012

IWF-Chefin Christine Lagarde hält in der DGAP eine viel beachtete Grundsatzrede, in der sie mit ihrer Forderung, den Euro-Rettungsschirm ESM aufzustocken, den Druck auf die Bundesregierung erhöht.

Hommage an Ivo Andrić: Mit einer Lesung aus „Die Brücke über die Drina“, dem bekanntesten Werk des Literaturnobelpreisträgers, gedenkt die DGAP des Diplomaten und Schriftstellers. Andrić war von 1940 bis 1941 Leiter der Jugoslawischen Gesandtschaft in der Rauchstraße, dem heutigen Sitz der DGAP in Berlin-Tiergarten.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière spricht in der DGAP über die Neuausrichtung der Bundeswehr. Verteidigung bedeute nicht mehr nur Landes-, sondern zunehmend auch Bündnisverteidigung und internationale Krisenprävention.

2014

Dr. Harald Kindermann (Botschafter a. D.) wird zum Generalsekretär der DGAP gewählt.

2015

Die DGAP feiert ihr 60-jähriges Jubiläum.

2017

Mit Blick auf die gestiegenen Herausforderungen an die deutsche Außenpolitik transformiert sich auch die DGAP. Ab 2017 stellt sie ihre Leitung neu auf. Dr. Daniel Schwarzer wird Direktorin der DGAP. Dr. Thorsten Klaßen steuert als Mitglied der Geschäftsführung Fundraising und Verwaltung. 

Die DGAP und das Auswärtige Amt trauern um Dr. Sylke Tempel, Chefredakteurin der Zeitschriften Internationale Politik (IP) und Berlin Policy Journal. Sie kam am 5. Oktober 2017 bei einem Unfall in Berlin ums Leben.

2018

Martin Bialecki übernimmt die Chefredaktion der von der DGAP herausgegebenen Zeitschriften Internationale Politik (IP) und Berlin Policy Journal.

2019

Die Forschungsarbeit wird gestärkt und ab 2019 programmübergreifend ausgerichtet. Die Konferenz Future Forum Europe wird zum gemeinsamen außenpolitischen Reflexionsraum von Politik und Wirtschaft. Sie mündet 2019 in ein Plädoyer für ein stärkeres Europa und die multilaterale internationale Ordnung. 

Nach mehr als 14 Jahren an der Spitze der DGAP übergibt Präsident Dr. Arend Oetker am 13. Juni 2019 sein Amt an seinen Nachfolger Dr. Thomas („Tom“) Enders.

Neue Formate stärken die DGAP. Auch die Zeitschrift Internationale Politik erscheint in neuer Gestalt. Auch der Mitgliederbereich wächst: Das Regionalforum Brüssel nimmt seine Arbeit auf.
 

 

 

 

Share