Externe Publikationen

10. Januar 2022

„Die Nato ist der Kernpunkt deutscher Staatsräson“

Bild
Bundeswehrsoldaten des Logistikjbataillons 172 stehen vor Einsatzfahrzeugen vor einem Besuch der neuen Bundesverteidigungsministerium Christine Lambrecht in Beelitz, 14.12.2021.
Bundeswehrsoldaten des Logistikjbataillons 172 stehen vor Einsatzfahrzeugen vor einem Besuch der neuen Bundesverteidigungsministerium Christine Lambrecht in Beelitz, 14.12.2021.
Lizenz
Alle Rechte vorbehalten

Dieser Text ist ein Beitrag für das Journal Die Friedens-Warte, das Sie als PDF hier herunterladen können. 

Die Reden von der NATO als „Kernpunkt deutscher Staatsraison“ oder als „Glutkern des Westens“ zielen darauf, Debatten um den richtigen Weg in der Friedens- und Sicherheitspolitik abzuschneiden. Eine solche Mystifizierung der NATO ist weder mit ihrer Funktion noch mit ihrer Geschichte vereinbar. Als Militärallianz deckt die NATO nur einen Teilbereich der Sicherung von Leben und gesellschaftlicher Ordnung insgesamt und selbst von Frieden und Sicherheit vor äußerer Bedrohung ab. Auch die aktuelle militärische Bedeutung der NATO ist kein hinreichender Grund, um nicht über europäische Alternativen nachzudenken. Diese sind für den militärischen Bereich zwar nur mittel- oder langfristig realistisch, aber bei hinreichendem politischen Willen in Schritten umsetzbar. Darüber hinaus ist die NATO als Militärallianz keine optimale Zielperspektive für Frieden und Sicherheit in Europa, nicht die Organisation, die eine zentrale Rolle bei der Beförderung westlicher Werte haben kann, und auch für die Bearbeitung nicht-traditioneller grundlegender Bedrohungen von Leben und gesellschaftlicher Ordnung eher ungeeignet. Die Behauptung, die Souveränität Deutschlands oder der Zusammenhalt des „Westen“ seien von der Existenz der NATO abhängig, greift deutlich zu kurz. Diese symbolische Überhöhung der NATO ist ein Mythos.

Bibliografische Angaben

Dieser Text wurde am 20. Dezember 2021 als Beitrag für das Journal Die Friedens-Warte vom Berliner Wissenschafts-Verlag veröffentlicht. 

Share

Verwandter Inhalt