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05. Aug. 2026

So sollte Deutschland auf hybride Angriffe antworten

Bildschirm zeigt Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig
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Nicht nur der Anschlag auf den Flugverkehr in Leipzig zeigt, dass sich Deutschland im Visier hybrider Kriegsführung befindet – vor allem Russland zielt darauf ab, Politik und Gesellschaft zu destabilisieren. Wissenschaftler fordern Tempo von der Regierung, damit Deutschland sich wehren kann.

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Gestern Nacht war es wieder so weit: Am Flughafen Leipzig/Halle tauchte eine Drohne ⁠auf, an der sich Sprengstoff und ein Zünder befunden hätten. Innerminister Alexander Dobrindt sprach von einer „neuen Gefahrenqualität“, einem „hybriden Anschlagsszenario“, von „professioneller Technik“ – und erwähnte auch „fremde Mächte“. Es war auch nicht der erste Vorfall auf dem Flughafen, der viel vom Logistikunternehmen DHL genutzt ⁠wird.

Im Juli 2024 wäre es beinahe zu einem Feuer an Bord eines DHL-Frachtflugzeugs gekommen, das aus Leipzig startete. Darin sollte ein Paket transportiert werden, in dem ein Brandsatz versteckt war. Dass dieser dann noch am Boden im DHL-Logistikzentrum in Brand geraten ist, war reines Glück, die Maschine war verspätet. Im litauischen Vilnius läuft gerade der Prozess gegen fünf mutmaßliche Versender dieser Brandsätze.

Die Hinterleute des Anschlags sollen in Verbindung zum russischen Militärgeheimdienst stehen. Das Verschicken von Brandsätzen ist nur ein spektakuläres Beispiel von hybriden Angriffen auf deutschem Boden. Zahlreiche weitere lassen sich mühelos finden: beschädigte Unterseekabel und Pipelines in der Ostsee, Hackerangriffe auf die deutsche Flugsicherung, Unternehmen oder Institutionen. Gleiches gilt für die Desinformationskampagne „Storm-1516“ eines russischen Netzwerks, das gezielt die Bundestagswahl 2025 beeinflussen wollte, um Wähler zu manipulieren. Das Bundeskriminalamt (BKA) zählte 2025 fast 208.000 aus dem Ausland gesteuerte Cybercrime-Fälle. Außerdem registrierte es 2025 mehr als 1000 verdächtige Drohnenüberflüge über militärischen Einrichtungen und kritischer Infrastruktur sowie 321 Sabotage-Verdachtsfälle – darunter Einbrüche in Umspannwerke sowie Anschläge auf Bahn- und Bundeswehreinrichtungen.

Deutschland steht unter Dauerbeschuss. Hauptverdächtiger ist Russland, das laut Verfassungsschutz die derzeit aktivsten hybriden Operationen gegen Deutschland durchführt. Russische Geheimdienste setzen dabei auf sogenannte „Wegwerfagenten“ – kostengünstig angeheuerte Personen, die für wenige Hundert Euro Vandalismus und Sabotage begehen. Aber auch China steht im Verdacht, vor allem bei Industrie- und Wissenschaftsspionage. Iran und Nordkorea werden als weitere staatliche Akteure genannt. Der wirtschaftliche Schaden durch Datendiebstahl, Spionage und Sabotage wird auf rund 289 Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Als Reaktion eröffnete Bundesinnenminister Alexander Dobrindt im Juni 2026 das „GAZ Hybrid“, das Gemeinsame Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen, das die Arbeit von rund 40 Bundes- und Landesbehörden bündelt. Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) rät in einem Papier darüber hinaus zu einem umfassenden Abwehrkonzept aus Informationshoheit, Abschreckung und Resilienz. Zu den Autoren gehören bekannte Namen wie der bisherige deutsche Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, und der saarländische Finanzminister Jakob von Weizsäcker.

Den vollständigen Artikel können Sie hier nachlesen.

Bibliografische Angaben

Dies ist ein Auszug aus dem Beitrag „Deutschland unter Dauerbeschuss: Hybride Angriffe abwehren“ von Sabine Balk, erschienen im FAZ-Newsletter Weltwirtschaft am 5. August 2026. Der vollständige Artikel ist hier abrufbar.

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