Zusammenhänge besser verstehen, Kontakte knüpfen und die Welt außerhalb Berlins entdecken

Das 9. Diplomatenkolleg erkundet verschiedene Facetten der Bundesrepublik

Die jungen Diplomatinnen und Diplomaten trafen hochrangige Gesprächspartner, u.a. Minister der Landesregierungen Sachsens und Baden-Württembergs, den Freiburger Oberbürgermeister, eine Richterin des Bundesverfassungsgerichts, Vertreter aller politischen Stiftungen und der Bundeszentrale für politische Bildung, Führungskräfte des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden und dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg.

Das föderale Deutschland

Während der Exkursionen nach Baden-Württemberg und Sachsen stellten die Kollegiatinnen und Kollegiaten in Gesprächen mit Vertretern der jeweiligen Landesregierungen sowie mit politischen Akteuren auf kommunaler Ebene fest: Obgleich die Rahmenbedingungen und Strukturen vor Ort in den Ländern und Regionen unterschiedlicher nicht sein können, ähneln sich die zu bewältigenden Heraus-forderungen oft, angefangen bei demografischen Veränderungen bis hin zum Fachkräftemangel und Fragen des verantwortlichen Handelns in der Politik.

Partizipation und Bürgerengagement

Auch der Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach Mitsprache und Beteiligung an der Gestaltung ihrer Umwelt wurde dem Diplomatenkolleg verdeutlicht. Die Besichtigung eines Wohnprojekts im Freiburger Stadtteil Weingarten stellte die Verbindung zwischen dem nachhaltigen Energiemanagement eines Hochhauses und der gelungen Mitwirkung der Bewohner bei der Modernisierung in den Vordergrund. Die Stadt Zwenkau im Süden Leipzigs, die durch den jahrzehntelangen Abbau von Braunkohle geprägt ist, bot ein anschauliches Beispiel für den Einsatz der Bevölkerung für die Zukunft ihrer Region. Vor Ort konnten sich die jungen Diplomatinnen und Diplomaten von den Entwicklungen des ehemaligen Tagebaugebiets hin zu einer renaturierten Seenlandschaft überzeugen.

Deutsche Geschichte erleben

Ein weiterer Schwerpunkt der Kollegveranstaltungen war die Beschäftigung mit der jüngeren deutschen Geschichte. Das Zeitgeschichtliche Forum in Leipzig legte den Teilnehmenden sehr eindrucksvoll die Hintergründe der Teilung Deutschlands in Ost und West sowie die Umstände dar, die schließlich zum Fall der Berliner Mauer und zur deutschen Wiedervereinigung führten. Eine Besichtigung der Archive der Stasi-Unterlagen-Behörde sowie ein Gespräch mit dem Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR, Roland Jahn, offenbarten nicht nur das Ausmaß der alltäglichen Überwachung in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, sondern zeigten zudem Möglichkeiten der Aufarbeitung von Diktaturerfahrung auf. Auch im Gespräch mit Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, sowie Adam Kerpel-Fronius von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas wurde die Verantwortung für politische Bildungsarbeit deutlich, die sich aus der Aufarbeitung von Diktaturerfahrungen ergibt. Der offene Austausch mit Vertretern aller politischen Stiftungen knüpfte hieran an und betonte ferner die Perspektiven politischer Bildungsarbeit in den Heimatländern der Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Das Diplomatenkolleg ist ein Weiterbildungsangebot des Auswärtigen Amts und der Robert Bosch Stiftung, das sich an junge, in Deutschland akkreditierte Diplomatinnen und Diplomaten richtet. Das Programm wird mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) durchgeführt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Senta Höfer, senta.hoefer@diplo.de, 030 1817 4838 oder Corinna Blutguth, corinna.blutguth@diplo.de, 030 1817-1914.

Datum
01 - 28 Februar 2014
Uhrzeit
-
Einladungstyp
Nur für geladene Gäste
Zielgruppe
Program Event

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