Dangerous Ties

How to Fight the New Networks of Terror and Crime

06.03.2017 | 09:15 - 17:30 | DGAP Berlin | Nur für geladene Gäste

Expertengespräch

Kategorie:

Wie sind Kriminalität und Terrorismus miteinander verbunden? Um diese Frage ging es bei einer eintägigen Konferenz der DGAP am 6. März in Berlin. Die Referenten machten deutlich, dass die Grundidee von Radikalisierung breiter gedacht werden müsse – denn Kriminalität könne als Einstieg in den Terrorismus dienen.

Dirk Enters, CC BY

Die Referenten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Strafverfolgung und Sicherheitseinrichtungen zeigten, wie die kriminelle Vergangenheit von Tätern, die unterstützende Infrastruktur der Kriminalität und die Finanzierung durch Straftaten als Einstieg in den Terrorismus dienen können. Mehrere Experten betonten, dass es besonders im Bereich der Kleinkriminalität eine enge Verbindung zwischen Terrorismus und organisierter Kriminalität gebe. So kämen mögliche spätere Attentäter durch kleinere Verbrechen frühzeitig in Berührung mit Gewalt und die unterstützenden Strukturen der Kriminalität, wie etwa die Fähigkeit, Waffen und gefälschte Dokumente zu erhalten. Diese erlernten Strukturen könnten ihnen später dabei helfen, unerkannt zu bleiben. Weitergehend könne Terrorismus die durch Kriminalität erfahrene Gewalt durch Ideologie legitimieren, ziellose Taten von Kleinkriminellen würden ideologisch aufgeladen. Die Experten warnten einhellig, dass Sicherheitsbehörden Radikalisierung dahingehend neu denken müssten, die kriminelle Vergangenheit möglicher Täter miteinzubeziehen.

Weiter wurde nachgezeichnet, über welche wirtschaftlichen Handelswege sich sowohl Kriminalität als auch Terrorismus finanzieren lassen. Ein Redner erläuterte, wie durch Rechnungsbetrug weltweit kriminelle Strukturen finanziert werden. Durch diese Wertverschiebung ließe sich zum Beispiel Geld waschen und Korruption verdecken. Im Bereich der Handelspolitik bedürfe es daher Warnsystemen, die auf diese Handelspraktiken aufmerksam machten.

Nach Aussagen von Vertretern der Sicherheitsbehörden und der Wirtschaft gebe es gerade im Bereich der Finanzflüsse Möglichkeiten für Unternehmen und staatliche Akteure enger zusammenzuarbeiten. Jedoch machten die Praktiker deutlich, dass es vorher einer politischen Debatte über die Frage bedürfe, welche Daten unter welchen Datenschutzmaßnahmen zusammengeführt werden sollen. Ein Vertreter einer Sicherheitsbehörde machte deutlich, dass zu viele Daten verfügbar seien, diese jedoch nicht miteinander verknüpft würden.

An der Konferenz nahmen etwa 100 Gäste aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und der Politik teil. Wir danken der Philip Morris GmbH für die Unterstützung bei der Ausrichtung der Veranstaltung.

Expert conference "Dangerous Ties", March 6, 2017

Veranstaltungen
DGAP in den Medien
dgap info
Meistgelesen