Schlaglichter deutscher Geschichte und Gegenwart

Exkursion des 5. International Diplomats Programme nach Nürnberg und München

25.04.2013 - 26.04.2013 | 08:00 - 22:00 | Nürnberg / München | Nur für geladene Gäste

Kategorie: Deutschland, Politisches System

Die duale Ausbildung als deutsches Exportmodell, Deutschlands Migrations- und Integrationspolitik sowie die Bedeutung der Nürnberger Prozesse für die internationale Gerichtsbarkeit gehörten zu den Themen der ersten Exkursion des 5. International Diplomats Programme nach Bayern.

Gregor Darmer

Das IDP im Nürnberger Schwurgerichtssaal 600

Den wirtschaftspolitischen Auftakt der Exkursion bildete ein Besuch bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Hier informierten sich die 14 Diplomatinnen und Diplomaten über ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des deutschen Arbeitsmarktes – das duale Bildungssystem. Anhand eines historischen Rückblicks und aktueller Zahlen veranschaulichte Corinna Kleinert vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung die Erfolgsgeschichte der dualen Ausbildung in Deutschland.

Zugleich verwies sie auf künftige Probleme: So setzen einige Berufe nach wie vor Haupt- oder Realschulabschlüsse voraus, obwohl de facto nur erfolgreiche Abiturienten eine Chance haben, das Bewerbungsverfahren für sich zu entscheiden. Die Folge dieses Wandels: Für gering qualifizierte Arbeitssuchende wird es immer schwerer, einen Arbeitsplatz zu finden. Sie müssen mit hoher Wahrscheinlichkeit Sozialleistungen in Anspruch nehmen.

Die Lage syrischer Flüchtlinge

Beim anschließenden Besuch im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stellte Axel Kreienbrink, Leiter des Referats für Migrationsforschung, seine Arbeit vor. Er sprach mit den Programmteilnehmern unter anderem über die aktuelle Lage syrischer Flüchtlinge und die Auswirkungen des Bürgerkriegs in Syrien auf die europäische Integrations- und Flüchtlingspolitik.

Es folgte eine Besichtigung des Nürnberger Oberlandesgerichts, des dortigen Schwurgerichtssaals 600 und des „Memoriums Nürnberger Prozesse“, das die Bedeutung der Nürnberger Prozesse für die Entwicklung der internationalen Gerichtsbarkeit zeigt. Der erste Programmtag endete mit einem Gespräch mit der Leiterin des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg, Martina Mittenhuber. Sie gab den Besuchern Einblicke in die Initiativen der Stadt Nürnberg bei der Menschenrechtsbildung und -förderung auf kommunaler Ebene.

Umsetzung des dualen Ausbildungssystems

Am zweiten Tag der Exkursion konnten sich die Programmteilnehmer in Gesprächen mit Vertretern der BMW-Group über die Umsetzung des dualen Ausbildungssystems informieren. Neben der Nachwuchsförderung ging es auch um die strategische Ausrichtung des Konzerns sowie neue Konzepte zum Thema Mobilität und Nachhaltigkeit. Während einer Werksbesichtigung hatten die Diplomaten die Möglichkeit, Gespräche mit den Auszubildenden zu führen, in denen auch Fragen der Frauenförderung oder der Konkurrenz in Unternehmensstrukturen angesprochen wurden.

Der zweite Programmtag endete mit dem Besuch zweier sehr unterschiedlicher Institute: eines Fraunhofer-Instituts für Sicherheitstechnik und des Goethe-Instituts. Dessen Pressesprecher, Christoph Mücher, gab Auskunft über die weltweiten Aktivitäten der Goethe-Institute – über ihre Besonderheiten, aber auch die Schwierigkeiten deutscher Kulturvermittlung im Ausland.

Das International Diplomats Programme ist eine Initiative des Auswärtigen Amts und der BMW Stiftung Herbert Quandt, die mit Unterstützung der DGAP durchgeführt wird. Jährlich werden bis zu 14 Diplomatinnen und Diplomaten aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika, Süd-, Ost- und Südostasien eingeladen, Deutschland in dem einjährigen englischsprachigen Programm aus vielfältigen Perspektiven zu erleben. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an 1-da-r@diplo.de oder besuchen Sie uns auf facebook: www.facebook.com/TrainingForInternationalDiplomats.

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