Positiver Patriotismus in Russland durch Fußball-WM?

Sitzung der AG Zukunftswerkstatt des Petersburger Dialogs

26.09.2011 | 09:00 - 18:00 | | Nur für geladene Gäste

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Kann die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland positive Impulse für die Entwicklung des nationalen Selbstbewusstseins liefern wie die WM in Deutschland 2006? Werden die damit verbundenen Investitionen in die Infrastruktur für nachhaltige Entwicklung in betroffenen russischen Regionen sorgen?

Diese und andere Fragen in Zusammenhang mit der Fußball-WM 2018 wurden auf der 23. Sitzung der Arbeitsgruppe „Die Zukunftswerkstatt der deutsch-russischen Beziehungen“ im Rahmen des 11. Petersburger Dialogs am 17.-19. Juli 2011 in Wolfsburg diskutiert.

Die WM in Russland könne zum ersten Ereignis nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion werden, auf das die Russen stolz sein könnten. Sie könne dem Land einen bedeutenden Entwicklungsschub geben, so Ilya Ponomarev, Duma-Abgeordneter der Fraktion „Gerechtes Russland“. Allerdings nur, wenn wirtschaftliche und soziale Herausforderungen wie Korruption, marode Infrastrukturen, latente nationalistische Tendenzen und die Kluft zwischen Arm und Reich bewältigt würden. Ansonsten würde die Gesellschaft die WM als ein Elitenprojekt empfinden und im besten Fall mit Missachtung bestrafen, im schlimmsten Fall mit Krawallen darauf reagieren.

Der stellvertretende Premierminister der Russischen Föderation, Wiktor Zubkow, der ebenfalls an der Sitzung teilnahm, stimmte zwar zu, dass ein großer Handlungsbedarf im Vorfeld der WM besteht. Allerdings sieht er in der WM vor allem eine Chance, um dem Profi- und Massensport in Russland einen Ansporn zu geben, die Infrastruktur zu modernisieren und die Aufmerksamkeit auf die Regionen zu lenken.

Zubkow begrüßte den Vorschlag des deutschen Abgeordneten Franz Thönnes, russische Behörden bei der Prävention von Ausschreitungen gewaltbereiter Fußballfans zu beraten.

Die „Zukunftswerkstatt der deutsch-russischen Beziehungen“ ist eine regelmäßig tagende Arbeitsgruppe im Rahmen des Petersburger Dialogs, die je Hälfte zur aus deutschen und russischen – mehrheitlich jungen – Politikern, Experten und Journalisten besetzt ist und sich abwechselnd in Russland und Deutschland trifft.

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