Kann Europa seine demokratischen Werte ohne technologische und industrielle Autonomie schützen? Wachsende geopolitische Spannungen, sicherheitspolitische Abhängigkeiten und eine sich verändernde NATO rücken diese Frage in den Mittelpunkt. Welche eigenen Fähigkeiten brauchen Deutschland und Europa – etwa in der Luftverteidigung, der Drohnentechnologie sowie bei Cyber- und Sensoriksystemen –, um eine souveräne Rüstungsindustrie aufzubauen, die demokratische Selbstbestimmung und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit sichert?
Beantworten lässt sich das nicht aus einer Richtung allein: Technologische Souveränität entsteht dort, wo Forschung, politische Steuerung, gesellschaftlicher Rückhalt und industrielle Fähigkeiten ineinandergreifen. Forschende bewegen sich im Spannungsfeld zivil wie militärisch nutzbarer Erkenntnisse und brauchen ethische Leitlinien ebenso wie verlässliche institutionelle Rahmenbedingungen. Politikerinnen und Politiker müssen demokratische Kontrolle, parlamentarische Verantwortung und strategische Industriepolitik zusammendenken, ohne demokratische Grundwerte zu unterminieren. Und tragbar wird all das nur, wenn die Bevölkerung mit ihren Erwartungen und Sorgen eingebunden wird.
Eine Schlüsselrolle kommt der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie zu: Sie trägt Verantwortung für technologische Souveränität, Innovationsfähigkeit und Resilienz – und muss zugleich dafür sorgen, dass Technologien im Einklang mit demokratischen Werten und internationalem Recht entwickelt werden. Dass sich diese Verantwortung lohnt, zeigen Entwicklungen aus der militärischen Forschung, die wiederholt zivile Innovationen hervorgebracht haben, etwa in den Bereichen Navigation, Materialwissenschaften, Medizintechnik und digitale Infrastrukturen.
Unsere Gäste aus Industrie, Wissenschaft und der jungen Generation werden diese Leitfrage auf dem Podium diskutieren. Im Anschluss geht der Abend in eine offene Diskussion über. Wir freuen uns auf vielfältige Perspektiven und einen lebhaften Austausch.
Podium:
Marco Gumbrecht, Head of Combat Air, Airbus Defence and Space
Emil Archambault, Senior Policy Fellow, Zentrum für Sicherheit und Verteidigung, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP)
Alisa Grunert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Mitglied der Forschungsgruppe Arms Control & Global Order (ACGO)
Moderation:
Florian Friedrich Schulz, Co-Leiter der Regionalgruppe Sachsen, Junge DGAP
Bitte beachten Sie: Für die Veranstaltung gilt die Chatham House Rule.
Bei Interesse an einer Teilnahme bitten wir um Anmeldung an events@dgap.org.