Vom Fehlen roter Linien und eines roten Telefons

Stefan Meister gibt seine Einschätzungen zur aktuellen Entwicklung der Beziehungen zwischen Russland und den USA.

15. February 2017 - 0:00

Kategorie: Bilaterale Beziehungen, Konflikte und Strategien, Russische Föderation, China

Zu Beginn von Trumps Amtsantritt wurde über eine mögliche Achse zwischen Washington und Moskau spekuliert. Doch Stefan Meister sagt, dass jetzt ein Ringen um das zukünftige Verhältnis zwischen Russland und den USA sichtbar werde. Zudem werde deutlich, dass die strukturellen Differenzen zu groß seien, als dass sie durch einen Personalwechsel einfach beseitigt werden könnten.

Putin sucht einen Bündnispartner gegen den Westen und orientiert sich an China. Dieses Land ist in Trumps Augen das Hauptproblem der USA. Meister ist der Meinung, dass sich Moskau aus wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Gründen niemals aus der losen Allianz mit China lösen werde. Die Folge ist eine wachsende Unsicherheit. „Es fehlen rote Linien und ein von allen akzeptierter institutioneller Rahmen“, so Meister.

Derzeit rüstet die Nato im Baltikum auf und Putin stärkt militärisch die Westflanke des Landes. In Folge dessen kommt es zu einer Aufrüstungsspirale der beiden Nuklearmächte. „Es fehlt das rote Telefon, um Konflikte auf dem kurzen Dienstweg zu lösen“, sagt Meister.

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