Korruption ist Teil des Systems Putin

Im Interview mit dem RBB Inforadio beschreibt Stefan Meister das Systemmerkmal der Korruption in Russland.

13. June 2017 - 0:00

Kategorie: Korruption, Russische Föderation

In Russland protestierten am 12. Juni in über 180 Städten tausende Demonstranten gegen die Korruption im Land. Der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny initiierte die Proteste und wurde festgenommen. Den Erfolg von Nawalnys Protestaufruf erklärt Stefan Meister damit, dass Nawalny über die sozialen Netzwerke neue Formen gefunden hat, um die jungen Menschen in ganz Russland zu erreichen, die sich nicht mehr der staatlichen Propaganda ausliefern.

Nawalny brachte bereits durch einen Film über Korruption in Russland die Massen im März 2017 auf die Straße. Er sei mit seiner Kampagne der sozialen Netzwerke in ganz Russland erfolgreich, was sich daran zeige, dass sich die Proteste im ganzen Land formierten. Laut Meister sei Nawalny im Moment der einzig ernst zu nehmende Politiker in Russland als Alternative zu Putin. „Er ist die einzige Figur, die es schafft, Menschen auf die Straße zu bringen“, sagt Meister.

Er spreche mit seinen Slogans die breite Bevölkerung an, weil er kein Liberaler sei. Nawalny könne als Nationalist die Bevölkerung besser ansprechen als die gesamte liberale Opposition. „Aber gefährlich kann er Putin sicherlich nicht werden“, räumt Meister ein. Jedoch mache es Nawalny gefährlich, dass er so viele Menschen dazu motivieren könne, gegen Korruption auf die Straße zu gehen. Damit würden sie gegen das System protestieren ohne dabei Putin direkt zu kritisieren.

Die Staatsorgane in Russland seien korrupt und Meister sagt deutlich: „Korruption ist ein Teil des System Putins.“ Korruption erzeuge Loyalität. Posten im Staatsapparat gingen an Personen, damit sie sich selbst bereichern könnten. Es sei seit Jelzin eine Verdoppelung des Beamtenapparats unter Putin zu beobachten. In jedem Bereich des Staates gebe es Korruption bis in die Spitze nach oben.

Hören Sie hier den vollständigen Beitrag.

Weitere Statements von Stefan Meister zu diesem Thema finden Sie bei der Deutschen Welle.

 
Veranstaltungen
DGAP in den Medien