Die Unvorhersehbarkeit, was Trump am Ende tut

Henning Riecke spricht mit Deutschlandfunk über die Entwicklung der Beziehung zwischen den USA und Russland unter Trump.

8. January 2017 - 0:00

Kategorie: Bilaterale Beziehungen, Vereinigte Staaten von Amerika, Russische Föderation

Seit der Ukraine-Krise befänden sich die Beziehungen zwischen den USA und Russland laut Henning Riecke auf einem Tiefpunkt. „Die Russen haben in Europa mit der Ukraine-Krise und ihren militärischen Nadelstichen gegen die NATO das Verhältnis des Westens zu Russland insgesamt verschlechtert“, so Riecke. Er geht davon aus, dass sich Putin erhoffe, dass Trump die Sanktionen rückgängig mache und sich für einen Neustart der russisch-amerikanischen Beziehungen einsetze.

Aber gerade die Republikaner im Kongress seien an einer harten Haltung gegenüber Russland interessiert. Weiterhin bewertet Riecke die Geheimdienst-Erkenntnisse zu den Hackerangriffen als kompliziert. Republikaner im Kongress fordern, die Angriffe zu untersuchen. Da dies möglicherweise Trumps Wahlsieg infrage stellen könnte, wolle Trump dies auf jeden Fall verhindern. Trump erwarte unter anderem, dass sich Russland gegen die Terrormiliz IS und gegen den internationalen Terrorismus einsetze. „Aber mit dieser Hoffnung ist ja auch schon Obama gescheitert“, so Riecke.

Zudem ist Riecke der Ansicht, dass auch Putin die Unberechenbarkeit von Trump besorgen könne. „Ich könnte mir vorstellen, dass es auch in Russland Sorgen gibt über die Unvorhersehbarkeit, was dieser dünnhäutige Präsident Trump am Ende tut“, so Riecke. Für Putins innenpolitische Unterstützung in seiner wirtschaftlich schwierigen Lage sei laut Riecke nichts so wichtig wie ein äußerer Feind. „Das ist bisher die NATO gewesen, aber wenn Amerika größeren Druck auf Russland ausübt, passt das auch ins Narrativ des russischen Präsidenten", sagt Riecke.

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