„Äußerst bedrohliche Situation für Israel“

Mit seiner aggressiven Rhetorik sucht Ahmadinedschad Unterstützung im Iran selbst, meint Svenja Sinjen

27. September 2012 - 0:00

Kategorie: Verteidigungspolitik, Iran

Svenja Sinjen, Expertin für Sicherheits- und Verteidigungspolitik und Leiterin des "Berliner Forum Zukunft" der DGAP im Gespräch mit der Tagespost.

Tagespost: Irans Präsident Ahmadinedschad hat jetzt in New York Israel wieder massiv angegriffen. Was ist die Funktion dieser rhetorischen Aggression? Im Westen führt das doch nur zu Solidarisierungseffekten mit Israel.
 
Svenja Sinjen (DGAP): Das iranische Regime befindet sich seit langem in einem tiefgreifenden Konflikt mit Israel und der westlichen Welt. Im Mittelpunkt dieses Konflikts stehen das Existenzrechts Israels und die militärische Aufrüstung des Iran. Verschiedene politische Akteure des Iran sprechen Israel das Existenzrecht ab. Darüber hinaus konnte Iran sein Nuklearprogramm und seine Programme zur Entwicklung ballistischer Raketen erfolgreich vorantreiben – und das trotz der bisherigen Versuche, Irans Ambitionen durch Sanktionen einzudämmen. Daraus entsteht in der Tat eine äußert bedrohliche Situation für Israel. Aber auch Akteure wie die USA, die eine globale Ordnungsfunktion übernommen haben oder Deutschland, das die Sicherheit Israels zur Staatsräson erklärt hat, befinden sich in einer prekären Lage. Das iranische Regime hingegen hat sich durch seine Haltung international isoliert. In dieser Situation versucht Ahmadinedschad mit seiner aggressiven Rhetorik gegen Israel, aber auch gegen die USA, um Unterstützung zu werben – vor allem im Iran selbst.
 
Das Interview erschien in der Tagespost. Unter nachfolgendem Link können Sie es 
 
 
 

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