Elysée-Vertrag 2.0

Entretiens franco-allemands de Nancy

23.02.2018 | 11:00 - 12:45 | Nancy | Nur für geladene Gäste

Diskussion

Kategorie: Frankreich

Den deutsch-französischen Beziehungen neue Dynamik verleihen und sich über Kooperationsmöglichkeiten auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen austauschen – das war das Ziel der „Entretiens franco-allemands de Nancy“, die unter der Schirmherrschaft des französischen Präsidenten am 22. und 23. Februar 2018 in Nancy stattfanden. Die diesjährige Ausgabe organisierte der Kommunalverband Métropole du Grand Nancy, die Abschlussdiskussion erfolgte in Kooperation mit dem Frankreich-Programm der DGAP.

Der passende Anlass für die Abschlussdiskussion war die geplante Neuauflage des Elysée-Vertrages. Ganz in dessen Sinne stand vor allem das innovative Potenzial von regionaler Kooperation im Fokus der hochrangigen Podiumsteilnehmer. Von einem Erfolgsmodell berichtete der Direktor der Caisse des Dépôts für die Region Grand-Est, Patrick François. Dank der seit einigen Jahren bestehenden effektiven Zusammenarbeit mit der deutschen Förderbank KfW konnten bereits verschiedene regionale Großprojekte finanziert werden.

Der Bürgermeister von Nancy, Laurent Hénart, sprach über die zukünftigen Herausforderungen seiner Stadt, wie die Digitalisierung und den ökologischen Wandel, und sah in diesen Bereichen ebenfalls Potenzial für gemeinsame deutsch-französische Projekte. Zudem ging er auf den Ausbau des bilingualen Bildungsangebotes in Nancy ein.
Andere Podiumsteilnehmer betonten ebenfalls die Kooperation im Bildungsbereich. Frankreich könne dabei vom erfolgreichen deutschen Ausbildungssystem lernen. Sinnvoll seien auch duale deutsch-französische Ausbildungsprogramme und deutsch-französische Berufsschulen. Dabei müsste aber die gegenseitige Anerkennung von im Nachbarland erworbenen Hochschul- und Berufsqualifikationen verbessert werden. Außerdem könnten Unternehmen und Universitäten aus beiden Ländern mit Unterstützung der Botschaften und der DFH bei gemeinsamen Forschungsprojekten kooperieren. Als Beispiel für ein besonders erfolgreiches Kooperationsmodell im Bildungsbereich wurde die Plattform École-Entreprise genannt, die u.a. deutsch-französische Praktika und Unternehmensbesuche vermittelt.

Die Podiumsteilnehmer sprachen aber auch Herausforderungen der deutsch-französischen Kooperation an. So wies der französische Europaabgeordnete Édouard Martin auf Meinungsverschiedenheiten bei EU-Haushaltsfragen und bei konkreten Themen wie der Einführung einer EU-weiten CO2-Steuer hin. Zum Abschluss der Diskussionsrunde und gleichzeitig auch der diesjährigen Entretiens franco-allemands unterzeichnete der Präsident des Kommunalverbandes Métropole du Grand Nancy, André Rossinot, stellvertretend für die Teilnehmer/innen der diesjährigen Veranstaltung eine Erklärung, die beide Staaten zu einer Ausweitung der deutsch-französischen Zusammenarbeit und dabei insbesondere zur Förderung der Kooperation von (Grenz-)Regionen aufruft.

Die Veranstaltung wurde vom Kommunalverband Métropole du Grand Nancy in Kooperation mit u.a. DFJW, Sciences po Campus Nancy, Université de Lorraine und dem Goethe-Institut Nancy organisiert. 

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