Die Welt in 100 Jahren: Konsequenzen für Russland und Europa

Gedankenexperimente zu zukünftigen Machtstrukturen, Interdependenzen und Herausforderungen

07.03.2017 | 12:30 - 14:00 | DGAP Berlin | Nur für geladene Gäste

Diskussion

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Auch wissenschaftlich fundierte Langzeitprognosen bergen immer das Risiko, sich zwischen dem vorsichtigen Aufzeigen von Tendenzen und Spekulation zu verlieren. Zusammen mit über 50 Wissenschaftlern aus verschiedensten Fachbereichen hat es der Russische Rat für Außenpolitik (RIAC) dennoch gewagt, in einem neuen Sammelband Szenarien für eine Zukunft Europas und Russlands in 100 Jahren zu skizzieren. Am 8. März diskutierten Buchautoren und Experten die Ergebnisse gemeinsam in der DGAP.

Das Panel fand im Rahmen der Buchpräsentation und als Kooperation zwischen dem Russischen Rat für Außenpolitik (RIAC) und dem Robert Bosch-Zentrum der DGAP statt. Als Mitverantwortliche für das Projekt nahmen RIAC-Programmdirektor Ivan Timofeev und Sergei Afontsev vom Weltwirtschaftsinstitut an der Russischen Akademie der Wissenschaften an der Diskussion teil. Diskutanten waren Bobo Lo vom Russia/NIS-Center des Französischen Institutes für Internationale Beziehungen und Stefan Meister, Leiter des Robert Bosch-Zentrums für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien der DGAP.

Angesichts der aktuellen weltpolitischen Verstrickungen stellt sich die Frage, was Russland will und wie es sich zukünftig orientieren wird. Hier wurde in der Diskussion deutlich, wie zentral die macht- und sicherheitspolitischen Motive der russischen Regierungskreise sind, die in der Außenwahrnehmung des Landes oft dessen Pluralität überdecken. Laut der Autoren würde sich Russlands Zukunft in den Diskussionen über eine funktionsfähige nationale Öffentlichkeit, Zentralisierung, Modernisierung und im Spannungsfeld zwischen Souveränität und Globalisierung entscheiden. Tiefgreifende Reformen seien dabei in vielen Bereichen nötig. Ein gutes zukünftiges Verhältnis zwischen Europa und Russland sei nur durch wirtschaftliche Zusammenarbeit möglich.

Weiter wurden Grundsatzfragen zu wissenschaftlichen Zukunftsprognosen diskutiert. Hier trafen gegensätzliche Meinungen bei der Frage aufeinander, ob man sich im Buch auch stärker mit unvorhersehbaren weltpolitischen Erschütterungen wie einem Atomkrieg hätte beschäftigen sollen. Dissens gab es auch bei der Frage nach der Linearität der wissenschaftlichen Betrachtungen und mit Blick auf die Konstruktion von Utopien.

Die Veranstaltung fand in englischer Sprache statt.

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