„Wir kämpfen um die Ukraine“

Vitali Klitschko bittet um mehr Unterstützung durch Deutschland und die EU

30.01.2015 | 16:30 - 18:00 | DGAP Berlin | Nur für geladene Gäste

Vortrag

Kategorie: Ukraine

„Als Sportler weiß ich, dass es ohne Kampf keinen Sieg gibt. Wir kämpfen um unser Land“, erklärte Vitali Klitschko, Bürgermeister von Kiew, vor 230 Gästen in der DGAP. Die Ukraine müsse sich Richtung Europa entwickeln. Deshalb warb der Parteivorsitzende der UDAR um weitere Unterstützung vonseiten der EU und Deutschlands. Das Land brauche Fachwissen, Technologie, aber vor allem auch finanzielle Unterstützung.

© DGAP/Dirk Enters

Die beste Antwort auf den Versuch Russlands, die Krim abzuspalten, sei eine wirtschaftlich erfolgreiche Ukraine, sagte der ehemalige Boxweltmeister, der seinen Vortrag auf Deutsch hielt. Wenn die Ukraine den Menschen mehr Lebensqualität bieten könne, würden sich weniger Bürger Russland zuwenden. Als Bürgermeister der Hauptstadt wolle er mit gutem Beispiel vorangehen und Reformen vorantreiben; so  beispielsweise im Gesundheitswesen und bei der Polizei. Außerdem müsse man die Korruption rigoros bekämpfen, um den traurigen Titel, eines der korruptesten Länder Europas zu sein, loszuwerden.

In der anschließenden Fragerunde, moderiert von Dr. Stefan Meister, nahm das Oberhaupt Kiews nur verkürzt Stellung zu weiteren konkreten Reformvorhaben, wie Föderalismus oder Energieeffizienz. Stattdessen ging er weiter auf den Konflikt mit Russland ein. Auf die Frage, warum so viele Deutsche Verständnis für Wladimir Putin hätten, beklagte er: „Wir spüren, dass die russische Propaganda Erfolge zeigt. Sogar hier in Deutschland“. Das mache Reformen schwerer. Doch Deutschland sei ein zu wichtiger Partner, um die Freundschaft zur Ukraine in Frage zu stellen. Klitschko gab sich in seinem Schlusswort dennoch optimistisch: „Der Weg wird schwierig, aber deswegen müssen wir ihn erst recht weitergehen.“

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