Völkerrecht in globalen Krisenzeiten

„Internationales Recht wird von den meisten Staaten meistens befolgt“ – aber ist das effektiv?

30.09.2014 | 18:30 - 20:00 | DGAP Berlin | Nur für Mitglieder

Vortrag

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Mit Blick auf derzeitige Krisenherde – ob in der Ostukraine, dem Nahen Osten oder in Westafrika angesichts der Ebola-Epidemie – wachsen Zweifel an der Effektivität von Völkerrecht und internationalen Institutionen. Völkerrechtliche Prinzipien wie die territoriale Integrität von Staaten, die Anwendung staatlicher Gewalt oder das Humanitäre Völkerrecht stehen unter großem Druck. Welches Potential bietet das Völkerrecht in der heutigen Zeit?, fragte Dr. Danilo Türk, ehemaliger Präsident Sloweniens.

Die Voraussetzungen, um Völkerrecht effektiv anzuwenden seien frühes Handeln, inklusives Vorgehen und politische und diplomatische Bemühungen. Staaten müssten sich das Recht ihrer Territorialen Integrität verdienen, indem Regierungen die gesamte Bevölkerung des Gebiets ohne Unterschied der Ethnizität, des Glaubens oder der Hautfarbe vertreten.

Völkerrecht beschrieb Danilo Türk mit den Worten seines Kollegen von der Columbia Universität, Professor Louis Henkin, als internationales Recht, „das die meisten Staat die meiste Zeit befolgen“. Er unterstrich, dass die aktuellen Krisen ein globaler Weckruf seien. Als ehemaliger politischer Assistent von UN-Generalsekretär Kofi Annan und guter Kenner der globalen Sicherheitsarchitektur appellierte er an die Staatengemeinschaft, es sei an der Zeit, alle Akteure zum Handeln zu bewegen. Militärische Gewalt allein werde keine dauerhaften Lösungen der Krisen bewirken. Allein eine kohärente und auf globaler Ebene koordinierte Diplomatie brächte nachhaltige Erfolge.

Die Veranstaltung war eine Kooperation der DGAP und der Botschaft der Republik Slowenien in Deutschland.

Sie können den Vortrag von Danilo Türk im folgenden PDF nachlesen.



 

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