International Diplomats Programme

Exkursion auf den Spuren der deutschen Geschichte in Berlin

08.11.2012 | 09:00 - 21:30 | DGAP Berlin | Nur für geladene Gäste

Kategorie: Deutschland

Was kennzeichnet die deutsche Erinnerungskultur? Welche Aufgaben hat der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR und welche Rolle spielen die politischen Stiftungen im In- und Ausland? Diesen und weiteren Fragen gingen die Teilnehmer des 4. International Diplomats Programme am 8. November 2012 in Berlin nach.

Das IDP beim Besuch des Archivs der Stasi-Unterlagenbehörde

Am Anfang stand ein Besuch der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Eine Führung durch das Archiv verdeutlichte den Teilnehmern das Ausmaß der Bespitzelung und führte zu einer lebhaften Diskussion über den angemessenen Umgang mit den Hinterlassenschaften der Staatssicherheit: immerhin nicht weniger als 111 Kilometer Akten und mehr als 1,5 Millionen Fotos und Videos. Das Interesse der Bevölkerung daran nimmt entgegen allen Erwartungen mit den Jahren nicht ab. Im Gengenteil: Im Gespräch mit der Leiterin des Archivs, Birgit Salamon, erfuhren die Diplomatinnen und Diplomaten, dass allein 2012 mehr als 80.000 Anträge auf Akteneinsicht gestellt wurden.

Um die unterschiedlichen Formen von Erinnerungsarbeit, Verantwortung und Schuld ging es auch beim anschließenden Mittagessen mit dem Tagesspiegel-Journalisten Moritz Schuller. Muss Geschichte an Personen festgemacht werden, damit sie sich im kollektiven Gedächtnis einprägt oder ist eine Individualisierung der Geschichte gar kontraproduktiv? Nachdem Fragen wie diese im gemeinsamen Tischgespräch diskutiert worden waren, folgte ein Austausch mit Vertretern politischer Stiftungen in Deutschland.

Eine Führung zu den unterschiedlichen Mahnmalen Berlins rundete den letzten Programmtag des 4. International Diplomats Programme ab. Dr. Ulrich Baumann, stellvertretender Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, erläuterte den Diplomaten Hintergründe und Symbolik des jüngst eingeweihten Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas sowie des Denkmals für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen. Der Berliner Geschichtsrundgang endete mit einem Gespräch im Informationszentrum des Mahnmals für die ermordeten Juden Europas. Wie auch bei den anderen Stationen des Tages wurde dabei deutlich, wie sehr die Gegenwart von der Vergangenheit geprägt wird.

Das International Diplomats Programme ist eine Initiative des Auswärtigen Amts und der BMW Stiftung Herbert Quandt, die mit Unterstützung der DGAP durchgeführt wird. Jährlich werden zwölf jüngere Diplomatinnen und Diplomaten aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika, Süd-, Ost- und Südostasien eingeladen, Deutschland in dem einjährigen englischsprachigen Programm aus vielfältigen Perspektiven zu erleben. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Senta Höfer, senta.hoefer@diplo.de, 030 1817-4838 oder Gregor Darmer, gregor.darmer@diplo.de, 030 1817-1086.

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