Ob Finanzkrise oder Nachwuchsförderung: Kommunikation ist alles

4. International Diplomats Programm: Exkursion nach Hessen und Nord-Rhein-Westfalen

18.10.2012 - 19.10.2012 | 09:00 - 20:00 | | Nur für geladene Gäste

Kategorie:

Das Themenspektrum, mit dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 4. International Diplomats Programmes während Ihrer Exkursion nach Hessen und Nord-Rhein-Westfalen beschäftigten, war groß: So standen u.a. die aktuelle Finanzkrise, die deutsche Entwicklungspolitik sowie die deutsche Auslandsberichterstattung auf der Agenda.

IDP visiting Deutsche Welle

Die Exkursion begann mit einem Besuch im Bundesrechnungshof in Bonn, wo Abteilungsleiter Werner Pelzer den Diplomatinnen und Diplomaten die Funktions- und Arbeitsweise des Bundesrechnungshofs erläuterte. An konkreten Beispielen illustrierte er, wie in der Vergangenheit durch das korrigierende Eingreifen des Bundesrechnungshofs Steuerbeträge in Millionhöhe eingespart werden konnten.

Um das Deutschlandbild im Ausland sowie die dortige Berichterstattung ging es beim anschließenden Besuch der Deutschen Welle. Ute Schaeffer, Chefredakteurin Multimediadirektion, erklärte gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen, die zu den Heimatregionen der Diplomatinnen und Diplomaten arbeiten, die Geschichte, Strukturen und den Auftrag der Deutschen Welle. Dieser bestehe nicht nur darin, im Ausland Programme in über 30 Sprachen anzubieten, sondern mit diesen Programmen gezielt Wissen zu vermitteln und einen nachhaltigen Effekt zu erzielen. In dem Zusammenhang berichtete Tilman Rascher, Leiter Bereich Nah und Mittelost, von den Tätigkeiten der Deutschen Welle Akademie, deren Hauptaufgabe in der Aus- und Fortbildung von Journalisten, im Medientraining sowie in der Förderung der weltweiten Meinungsvielfalt bestehe. Im Gespräch mit den Vertreterinnen und Vertreten der Deutschen Welle diskutierten die Diplomatinnen und Diplomaten sowohl das Potential, als auch die Herausforderungen der neunen Medien und darüber, welche Auswirkungen sie auf die traditionellen Kommunikationswege haben.

Wie man Menschen für das eigene Land interessieren, sie gar für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt gewinnen kann, beschäftigte die Diplomatinnen und Diplomaten auch beim Besuch des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen stellte Abteilungsleiter Dr. Helmut Blumbach verschiedene DAAD-Projekte in den Herkunftsländern der Diplomatinnen und Diplomaten vor und sprach über aktuelle Trends bei den Bewerber- und Fördererzahlen. So entschieden sich deutsche Studierende wesentlich häufiger für einen Studienaufenthalt im Nordamerika, als ihre amerikanischen Kommilitoninnen und Kommilitonen für einen Aufenthalt in Deutschland.

Fort- und Ausbildung waren auch zentraler Bestandteil in den Ausführungen von Markus Loewe vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE). Er präsentierte den Diplomatinnen und Diplomaten, neben den wissenschaftlichen Tätigkeiten des DIE, die Postgraduierten-Programme für Nachwuchskräfte in der Entwicklungspolitik - ein Angebot, das auf reges Interesse stieß. 

Einen weiteren Akteur im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit lernten die Diplomatinnen und Diplomaten am nächsten Tag beim Besuch der KfW- Entwicklungsbank in Frankfurt kennen. Hier erklärte ihnen Abteilungsleiterin Eva Witt, anhand konkreter Projektbeispiele die Aufgabengebiete und Steuerungsmechanismen der KfW. Vertiefen konnten die Diplomatinnen und Diplomaten den gewonnen Einblick in das Bankensystem und den Finanzkreislauf in einem Gespräch mit Michael Sturm von der Europäischen Zentralbank. Er erläuterte neben der Struktur und Arbeitsweise der EZB die Ursachen der Finanzkrise und machte dabei auf eine häufige Fehldarstellung aufmerksam: Die aktuelle Krise sei nicht, wie fälschlicherweise oft zu lesen und zu hören, eine Krise des Euro, dieser sei nach außen wie innen stabil, sondern vielmehr eine Schuldenkrise. Diese Differenzierung sei wesentlich, müsse immer wieder kommuniziert werden, und war bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer von vielen Erkenntnisgewinnen am Ende dieser zweitägigen Exkursion.

Das International Diplomats Programme ist eine Initiative des Auswärtigen Amts und der BMW Stiftung Herbert Quandt, die mit Unterstützung der DGAP durchgeführt wird. Jährlich werden 12 jüngere Diplomatinnen und Diplomaten aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika, Süd-, Ost- und Südostasien eingeladen, Deutschland in dem 1-jährigen englischsprachigen Programm aus vielfältigen Perspektiven zu erleben. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Frau Senta Höfer, senta.hoefer@diplo.de, 030 1817-4838 oder Herr Gregor Darmer, gregor.darmer@diplo.de, 030 1817-1086.

Experten

DGAP in den Medien
Meistgelesen