„Keine militärische Intervention in Syrien!“

Das „International Diplomats Programme“ in Hamburg und Bremerhaven

07.06.2012 - 08.06.2012 | 08:00 - 19:00 | | Nur für geladene Gäste

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Helmut Schmidt fand klare Worte zur Syrien-Krise. Die Diskussion mit dem Alt-Bundeskanzler war eines der Highlights bei der Exkursion des berufsbegleitenden Programms für Diplomaten. Die Teilnehmer aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika und Asien sprachen mit Helmut Schmidt zudem über globale Fragen wie die Macht der Finanzmärkte, aber auch über das innenpolitische Phänomen der Piratenpartei.

Erste Station in Hamburg war der Besuch des Rathauses. Dort sprachen sie mit Wolfgang Schmidt, Stadtrat der Senatskanzlei, über Städtepartnerschaften, den Fiskalpakt, damit verbundene Interessenkonflikte zwischen Bund und Ländern sowie die internationale Bedeutung des Hafens.

Sichtlich beeindruckt waren die Teilenehmer von Hamburgs Einbürgerungspolitik. Bürger, für die die deutsche Staatsbürgerschaft in Frage kommt, werden persönlich vom Bürgermeister angeschrieben, zur Annahme der deutschen Nationalität ermutigt und in einer offiziellen Zeremonie willkommen geheißen.

Auch die Medien machen Fehler

Beim Besuch des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ging es in einem sehr offenen Gespräch mit Hans Hoyng, Leiter des Auslandsressorts, um den Lernprozess, den sein Haus durchmache, um in Bezug auf die islamische Welt eine ausgewogene Berichterstattung zu leisten.

Er räumt dabei auch Fehler ein, etwa als man Auschwitz als polnisches Konzentrationslager bezeichnet habe. Der Begriffs „islamisch“ sei auch schon mal anstelle von „islamistischem“ Terrorismus verwendet worden. Da schaue man jetzt viel genauer hin als früher.

Großes Interesse fand die Spiegelausgabe zur Lieferung deutscher U-Boote an Israel und die Arbeitsweise des Magazins, um solch geheime Informationen zu erhalten. 

In Hamburg faszinierte die Teilnehmer zudem ein Blick in die Hangar von Airbus, wo sie die Flugzeugherstellung beobachten konnten.

Was hat Deutschland in der Antarktis verloren?

Diese und weitere Fragen zur Arbeit des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Marineforschung in Bremerhaven beantwortete am darauffolgenden Tag  Professor Peter Lemke,  Leiter der Abteilung Klimaforschung.  Er schilderte den Entstehungsprozess des Weltklima -Berichts (ICCP) und beklagte, dass Kritiker diesen zu Unrecht als politisches, nichtwissenschaftliches Werk betrachten.

Im Friedrich-Hustedt-Zentrum für Diatomeenforschung konnten die Diplomaten die Vielfältigkeit von Diatomeen und deren Bedeutung bei der Speicherung von CO2 und Messung der Umweltqualität erfahren.

Es folgten Besuche bei der Bremerhaven Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbh, wo das Thema Offshore-Windenergie im Mittelpunkt stand und die entsprechenden Kraftwerke besichtigt wurden. Die Skepsis einiger Teilnehmer bezüglich der Umweltverträglichkeit solcher Anlagen konnten die Energieexperten rasch entkräften. Sie beschrieben die Bemühungen Deutschlands auf dem Gebiet der  erneuerbaren Energien. Allerdings räumten sie ein, dass die Energiewende nicht so schnell vollzogen werden kann wie es die Regierung plant.

Die letzte Station der Exkursion führte die Gruppe in die Handelskammer Bremen. Deren Geschäftsführer Volkmar Herr berichtete über die Aktivitäten der Kammer und unterstrich deren großen Einfluss auf die Wirtschaftsgesetzgebung.

Das International Diplomats Programme ist eine Initiative des Auswärtigen Amts und der BMW Stiftung Herbert Quandt, die mit Unterstützung der DGAP durchgeführt wird. Jährlich werden 12 jüngere Diplomaten aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika, Süd-, Ost- und Südostasien eingeladen, Deutschland in dem 1-jährigen englischsprachigen Programm aus vielfältigen Perspektiven zu erleben.

DGAP in den Medien
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