Fachkräftemangel – warum sind dann die Grenzen versperrt?

Das „International Diplomats Programme“ in Berlin und Bayern

20.04.2012 | 09:00 - 18:00 | | Nur für geladene Gäste

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Im März und April besuchte der neue Jahrgang des IDP den Deutschen Bundestag, die Bundesagentur für Arbeit und die BWW Group in München. Die Teilnehmer des berufsbegleitenden Programms für Diplomaten aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika und Asien interessierte besonders, wie Deutschland mit der demografischen Herausforderung und dem Fachkräftemangel umgeht.

Emily Haber, Staatsekretärin im Auswärtigen Amt, startete das diesjährige, vierte International Diplomats Programme im März. Die Eröffnungsrede – zum Thema Schuldenkrise – hielt Professor Henrik Enderlein von der Hertie School of Governance. Der erste Programmtag am 15. März diente dazu, sich ausführlich mit dem „Dienstort Berlin“ auseinander zu setzen.

Das politische Berlin lernten die Diplomaten aus zwei Perspektiven kennen: im Gespräch mit Bundestags­abgeordneten sowie mit dem Chefredakteur des „Tagesspiegel“, Stephan-Andreas Casdorff. Bei einer Besichtigung des Technologie­parks Adlershof bekam die Gruppe am Nachmittag einen Eindruck vom Strukturwandel in der Hauptstadt. Einen Überblick über der Stiftungslandschaft in Deutschland erhielten die Diplomaten im Gespräch mit dem Vorstand der BMW Stiftung Herbert Quandt, Glenn Schmidt.

Deutschlands duale Ausbildung – Modell für andere Länder?

Die erste Exkursion führte das International Diplomats Programme am 19. und 20. April nach Bayern. Bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg konnten sich die Teilnehmer über das duale Ausbildungssystem Deutsch­lands und dessen Übertragbarkeit auf andere Länder informieren.

Warum Deutschland trotz einer rückläufigen Bevölkerungszahl und Fachkräftemangel Einreise und Arbeitsmöglichkeiten für Menschen aus nichteuropäischen Ländern erschwert, blieb für viele Teilnehmer auch dem nach darauffolgenden Besuch bei der Bundesagentur für Migration und Flüchtlinge eine offene Frage.

Dafür beeindruckte sie die Bedeutung der Nürnberger Prozesse für die internationale Strafverfolgung, zu denen sie vieles während ihres Besuches des „Memorium Nürnberger Prozesse“ erfuhren.

Auswärtige Kulturpolitik und die arabischen Umbrüche

Über die praktische Umsetzung des dualen Ausbildungssystems konnte sich die Gruppe bei einem Besuch der Bildungsakademie der BMW Group informieren. Azubis zeigten den Diplomaten Projekte, an denen sie arbeiten und beide Seiten kamen schnell ins Gespräch über Konkurrenz im Auswahlverfahren, Frauenquote und der Qualität der Ausbildung im Vergleich zu anderen Werken.

Es folgten Besuche beim Max-Planck-Institut für Steuerrecht und öffentliche Finanzen und dem Goethe-Institut. Dessen Generalsekretär Johannes Ebert, ehemaliger Regionalleiter in Kairo, berichtete über die Auswirkungen des arabischen Frühlings auf die Arbeit der Goethe-Institute in der Region.

Das International Diplomats Programme ist eine Initiative des Auswärtigen Amts und der BMW Stiftung Herbert Quandt, die mit Unterstützung der DGAP durchgeführt wird. Jährlich werden 12 jüngere Diplomaten aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika, Süd-, Ost- und Südostasien eingeladen, Deutschland in dem 1-jährigen englischsprachigen Programm aus vielfältigen Perspektiven zu erleben.

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