Die Historie des Gebäudes Rauchstraße 17/18

Das Gebäude wurde in den Jahren 1938/39 von dem Architekten des Olympiastadions, Werner March, als Gesandtschaft des Königreichs Jugoslawien errichtet. Heute steht es unter Denkmalschutz.

Der Entwurf von Albert Speer für die von den Nationalsozialisten geplante „Hauptstadt Germania“ sah die Umsiedlung einer Reihe von ausländischen Vertretungen aus dem Regierungsviertel vor. 1937 wurde der südliche Tiergarten zum Diplomatenviertel erklärt und mit dem Bau von 12 Botschaftsgebäuden begonnen. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden die Grundstücke Rauchstraße 17 und 18 sowie Drakestraße 4 zusammengelegt, um hier die „Königlich Jugoslawische Gesandtschaft“ zu errichten.

Das Grundstück Rauchstraße 17 befand sich bis 1938 im Besitz der Familie Mendelssohn-Bartholdy, die es, kurz bevor sie aus Deutschland emigrierte, für 170.000 Reichsmark an das Deutsche Reich verkaufen musste. Das Grundstück Rauchstraße 18 ging auf Grund eines Enteignungsbeschlusses von 1940 in den Besitz des Deutschen Reiches über.

Rauchstraße/Drakestraße 1938

Bis zur Besetzung Jugoslawiens im Jahre 1941 residierte der spätere Literaturnobelpreisträger Ivo Andric als Gesandter in dem neuen Gebäude. Danach übernahmen Reichs- und Parteistellen das Haus. Nach der Kapitulation 1945 wurde das Gebäude an die Volksrepublik Jugoslawien zurückgegeben. Bis 1953 residierte hier die jugoslawische Militärmission, bevor sie nach Grunewald umzog.

Von 1953 an beherbergte das Gebäude das von der „Allierten Kommandantur Berlin“ eingesetzte „Oberste Rückerstattungsgericht“. Am 29. Juni 1964 entschied das Gericht, den Erstattungsansprüchen der Familie Mendelssohn-Bartholdy stattzugeben und verurteilte die Volksrepublik Jugoslawien zur Einräumung eines Miteigentumsanteils.

1975 kaufte das Land Berlin das Grundstück für 2.500.000 DM von der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und gliederte es in das Vermögen des Senators für Justiz ein. Im Sommer 1988 waren noch drei Wiedergutmachungsverfahren beim Obersten Rückerstattungsgericht anhängig, bevor es schließlich seine Arbeit einstellte.

1995 schloss die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik einen Kaufvertrag über dieses Grundstück mit dem Land Berlin ab. Noch im selben Jahr nahm sie ihre Tätigkeit in der Rauchstraße 17/18 als Außenstelle auf. Der endgültige Umzug erfolgte 1999.

Weitere Einzelheiten zur Geschichte des Hauses an der Rauchstraße 17/18 finden Sie auch in folgendem Wikipedia-Artikel.

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