„Höchste Form des gegenseitigen Vertrauens“

Der mongolische Präsident Tsakhia Elbegdorj über Freiheit, das Wirtschaftswachstum seines Landes und die deutsch-mongolische Freundschaft

30.03.2012 | 09:30 - 10:30 | Deutscher Bundestag | Nur für Mitglieder

Vortrag

Kategorie: Mongolei

Freiheit war das wichtigste Schlagwort, das dem mongolischen Präsidenten in seiner Rede im Fraktionssaal der CDU/CSU des Deutschen Bundestages am Herzen lag. Deutschland und die Mongolei hätten Erfahrungen mit der Unfreiheit gemacht und seien an der „Schaffung freiheitlicher Gesellschaften“ interessiert. Elbegdorj sprach zudem über das rasante Wirtschaftswachstum seines Landes, grüne Hochtechnologien und die vertrauensvollen Beziehungen zu Deutschland.

Foto: Wolf P. Prange

Der Präsident der Mongolei, Tsakhia Elbegdorj (rechts), im Deutschen Bundestag

„Dies ist ein schöner Tag“, sagte der mongolische Präsident Tsakhia Elbegdorj zu Beginn seiner Rede, „auf diesen Tag habe ich lange gewartet.“ Er verwies auf die historisch engen Beziehungen zwischen der Mongolei und Deutschland und ähnliche Erfahrungen auf dem Weg zur Demokratie. In diesem Zusammenhang sagte Elbegdorj, er habe den deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck persönlich kennengelernt, „eine Persönlichkeit mit einem einzigartigen Schicksal“.

Fohlen zwischen Elefanten

Als sein Land die Transformation zu einem demokratischen System einleitete, habe Deutschland viel Unterstützung geboten. Elbegdorj verwies auf die Rolle der deutschen Parteienstiftungen im Ausland, die an der Erarbeitung einer demokratischen Verfassung mitgeholfen hätten. Deutschland habe der Mongolei geholfen, sich als „weißes Fohlen zwischen großen Elefanten auf den Beinen zu halten“. Insbesondere im Rahmen ihres Vorsitzes der Community of Democracies sei die Mongolei bemüht, Werte der Freiheit, Demokratie und Transparenz in der Region zu etablieren. Ein Schritt in diese Richtung sei unter anderem die Abschaffung der Todesstrafe in der Mongolei.

Über 30 000 Mongolen hätten inzwischen eine Ausbildung in Deutschland erhalten, viele Mongolen sprächen Deutsch und seien in seinem Land Multiplikatoren, die die deutsch-mongolische Freundschaft vorantrieben. Eine gemeinsame technische Universität in Ulan Bator sei geplant. Auch beteiligten sich rund 6000 mongolische Soldaten an weltweiten Friedensmissionen im Rahmen des internationalen Engagements des Landes. In Nordafghanistan stünden mongolische Soldaten „Seite an Seite“ mit der Bundeswehr; es sei, sagte Elbegdorj, „die höchste Form des gegenseitigen Vertrauens zwischen unseren beiden Völkern“.

Wie ein Schlüssel ins Schloss

Elbegdorj dankte Deutschland für Unstützung und Kooperation nicht nur im politischen, sondern auch im kulturellen und wirtschaftlichen Bereich. Die Mongolei erlebe ein rasantes Wirtschaftswachstum und müsse nun auch den Lebensstandard der Gesellschaft steigern; dies sei die größte Herausforderung. Sein Land, so der Präsident, setze auf umweltfreundliche Hochtechnologien. In diesem Bereich passten die wirtschaftlichen Interessen seines Landes zu denen Deutschlands „wie ein Schlüssel ins Schloss“. Er verwies auf gemeinsame geplante Projekte zur Kohlevergasung und zur Wind- und Solarenergiegewinnung. Ein gegenseitiges Interesse an Kooperation sei vorhanden, sein Land schätze deutsche Investitionen und deutsche Qualität; man wolle, so Elbegdorj, „Drittnachbarschaftspolitik“ mit Deutschland betreiben.

Die Grußworte sprachen Eduard Oswald, Vizepräsident des Deutschen Bundestages, und Paul Freiherr von Maltzahn, geschäftsführender stellvertretender Präsident der DGAP.

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