Deutsch-japanische Kooperation?

Symposium der DGAP und der Japan Economic Foundation (JEF) lotet Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei Handel, Energiepolitik und Klimaschutz aus

15.02.2012 - 16.02.2012 | 18:30 - 18:00 | DGAP | Nur für geladene Gäste

Kategorie: Japan, Europäische Union

Welche Vorzüge hätte ein Freihandelsabkommen der EU mit Japan? Was bedeuten die nicht-tarifären Handelshemmnisse des japanischen Marktes für europäische Exporteure? Wie lassen sich die globalen Klimaschutzziele erreichen? Neben den Potenzialen einer engeren Kooperation griff das Symposium auch kontroverse Themen auf: So unterstrich die japanische Seite die Unverzichtbarkeit von Kernenergie für die Energiesicherheit, während Deutschland eine Energiewende eingeleitet hat.

Foto: Dirk Enters

Nobuo Tanaka, The Institute of Energy Economics, Japan, and Diethard Mager, Federal Ministry of Economics and Technology (BMWi)

Vor- und Nachteile eines Freihandelsabkommens

Die Europäische Union und Japan verbindet ein intensiver Handel. Dass aber das Potenzial der Zusammenarbeit längst nicht ausgeschöpft ist, wurde während des Symposiums deutlich. Die EU-Kommission hat eine Machbarkeitsstudie über ein bilaterales Freihandelsabkommen begonnen. Japan wiederum hat ein ambitioniertes Abkommen vorgeschlagen, das noch weit mehr Bereiche als nur Handel und Investitionen umfassen soll.

Es gibt jedoch Vorbehalte gegen einen solchen Vertrag. So verweisen Kritiker auf die stark abgeschottete japanische Volkswirtschaft mit ihren hohen nicht-tarifären Barrieren. In dem Symposium wurde daher darüber diskutiert, welche Schritte Tokio unternehmen könnte, um die Europäer zu überzeugen und zu Verhandlungen zu bewegen.

Zusammenarbeit für die Energieversorgung der Zukunft

Das Reaktorunglück von Fukushima hat in beiden Ländern eine Debatte über Energiesicherheit und die Energieversorgung der Zukunft ausgelöst. Japan betrachtete die Kernenergie bislang als wesentliche Energiequelle, verfügt es doch selbst über nur geringe Energie-Ressourcen.

Kernkraft gilt daher als geeignete Ergänzung zu den erneuerbaren Energien und als zentraler Baustein für eine sichere Energieversorgung. Im Gegensatz dazu hat sich Deutschland entschieden, bis zum Jahr 2022 auf Nuklearenergie zu verzichten.

In der Diskussion des Symposiums wurde der Unfall in Fukushima für Deutschland und Japan auch als historische Chance gewertet, bei dem Thema erneuerbare Energien noch enger zusammenzuarbeiten. Ein konkretes gemeinsames Vorhaben könne dazu einen wichtigen Impuls geben.

Gemeinsam gegen den Klimawandel

Beide Seiten sind an Fortschritten in der Klimapolitik interessiert. Vor allem das Zwei-Grad-Ziel, auf das sich die Klimakonferenz der Vereinten Nationen 2010 in Cancun verständigt hatte, will man sowohl in Deutschland als auch in Japan im Blick behalten.

Das Kyoto-Protokoll wird dazu allerdings nicht mehr als geeignetes Instrument gesehen. Ein Vorschlag war, besser ein weltweites Emissionshandelssystem zu schaffen, statt an den bisherigen Reduktionszielen festzuhalten. Alle wesentlichen Verursacher von CO2-Emissionen inklusive der großen Schwellenländer müssten allerdings eingebunden werden, damit ein solches System effektiv funktioniert. Jenseits vertraglicher Vereinbarungen leiste aber auch der technologische Fortschritt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

JEF-DGAP International Symposium 2012, Feb 16

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