Nachwuchsdiplomaten auf Deutschlandreise

Das 3. International Diplomats Programme in Freiburg und Frankfurt

27.10.2011 - 28.10.2011 | 10:00 - 14:00 | DGAP | Nur für geladene Gäste

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Wie verwandelt man eine Stadt in eine „Green City“? Was ist ein „Solar Rotating House“? Wie sieht die Zukunft des Frankfurter Flughafens aus? Werden die Printmedien bald von Onlinemedien verdrängt? Und was kann Deutschland tun, um überschuldeten Euro-Staaten aus der Krise zu helfen? Mit diesen und anderen Aspekten der Bundespolitik beschäftigten sich die Teilnehmer des 3. International Diplomats Programme während ihrer zweitägigen Reise nach Freiburg und Frankfurt am Main.

Im Gespräch mit Dieter Wörner, Leiter des Freiburger Umweltschutzamtes, erörterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie die Stadt durch gezielte Anreize das Umweltbewusstsein ihrer Bürger fördert. Als Beispiel führte Wörner die Freiburger Verkehrspolitik an: Mit günstigen Monatsfahrkarten und der Durchsetzung von verkehrsberuhigten Zonen seien die öffentlichen Verkehrsmittel eine attraktive Alternative zum Auto und verringerten das Verkehrsaufkommen in der Stadt. Ein weiteres Vorzeigeprojekt der „Green City“ Freiburg ist der Stadtteil Vauban, dessen solarbetriebene Passivhäuser mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Besonders das „Solar Rotating House“, das sich in den Wintermonaten mit der Sonne dreht, stieß auf Begeisterung.

Der Besuch beim Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) ergänzte das Programm um die wissenschaftliche Dimension. Ausführlich diskutierte die Gruppe mit dem stellvertretenden Institutsleiter Andreas Bett über die Verzahnung von Forschung, Politik und Wirtschaft. Die anschließende Führung durch das Institut gewährte der Gruppe einen Einblick in die praktische Arbeit des ISE.

Deutscher Föderalismus: Ein Novum für viele Teilnehmer

Mit einem Besuch bei der Stabsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Regierungspräsidium Freiburg endete der Programmtag in Freiburg. Diese regionale Ebene  des deutschen Föderalismus war für viele Teilnehmer ein Novum. Entsprechend lebhaft verlief die Diskussion mit Regierungsvizepräsident Klemens Ficht und dem stellvertretenden Leiter der Stabsstelle für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und europäische Angelegenheiten, Jürgen Oser.

Der zweite Programmtag führte die Diplomaten nach Frankfurt. In der Europäischen Zentralbank trafen sie zunächst auf Gabriel Glöckler, stellvertretender Abteilungsleiter EU-Institutionen der EZB, der in seinem Vortrag die Ursachen der Euro-Krise und mögliche  Lösungsansätze beleuchtete. Anschließend erläuterte Rasmus Rüffer, EZB-Berater der Abteilung Volkswirtschaft/EU-Länder, die Strukturschwächen einiger Euro-Länder und die Notwendigkeit entsprechender Reformen.

Blogger vs. Qualitätsjournalismus

Bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hatten die Teilnehmer Gelegenheit, mit Herausgeber Werner D’Inka über die Zukunft der Printmedien zu sprechen. Im Mittelpunkt standen die Fragen, ob Onlinemedien langfristig die Printmedien ersetzen und in welchem Spannungsverhältnis Blogs und Qualitätsjournalismus stehen. Auch die russische Medienlandschaft und die Pressefreiheit in nichtdemokratischen Ländern beschäftigten die Gruppe.

Zuletzt stand ein Besuch am Frankfurter Flughafen (Fraport) auf dem Programm: Bei einer Rundfahrt über das Flughafengelände gewährte Monika Marel vom Besucherservice der Fraport AG Einblicke in den Alltag von Flugzeugbeladung und -instandhaltung. Über die weitere Entwicklung des Flughafens sprach mit den Diplomaten anschließend Jutta Weimar, Leiterin des Kundenservice.

Das International Diplomats Programme ist eine Initiative des Auswärtigen Amts und der BMW Stiftung Herbert Quandt, die mit Unterstützung der DGAP durchgeführt wird. Jährlich werden zwölf junge Diplomaten aus dem Nahen und Mittleren Osten, Nordafrika, Süd-, Ost- und Südostasien nach Deutschland eingeladen. Im Rahmen des einjährigen, englischsprachigen Programms sollen sich die Teilnehmer mit der deutschen Politik, Wirtschaft und Kultur auseinandersetzen.

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