Einsatz für den Frieden

Sicherheit und Entwicklung in Räumen begrenzter Staatlichkeit. DGAP-Jahrbuch Internationale Politik, Band 28

1. December 2010 - 0:00 | von Josef Braml, Thomas Risse, Eberhard Sandschneider

Oldenbourg-Verlag, 2010, 488 S.

Kategorie: Sicherheitspolitik

In Afghanistan, im Kongo oder Sudan bilden sich Governance-Strukturen heraus, die sich erheblich von westlicher Staatlichkeit unterscheiden. Sie können aber dazu beitragen, die öffentliche Sicherheit aufrechtzuerhalten, die Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten und sogar rechtsförmige Institutionen entstehen lassen. Dabei muss jedoch die Handlungsunfähigkeit supranationaler Organisationen berücksichtigt und die innenpolitische Unterstützung westlicher „Staatenbauer“ gesichert werden.

© UN / Albert Gonzalez Farran

Rezensionen und Reaktionen

Dr. Guido Westerwelle, Bundesaußenminister, September 2010: „Fragile Staaten haben über lange Zeit eher ein außen- und sicherheitspolitisches Schattendasein geführt. Sie galten als regionale Probleme, die aus primär humanitären und entwicklungspolitischen Gründen zum Eingreifen veranlassten. Der 11. September 2001 hat hier zu einem fundamentalen Wandel geführt. Durch die Anschläge von New York und Washington wurde der internationalen Gemeinschaft schlagartig bewusst, dass sie Rückzugsräume für global agierende Terroristen in Afghanistan und andernorts nicht länger hinnehmen durfte. Diese Einsicht gilt unverändert. […] Dieses Jahrbuch der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik empfehle ich gerne der Lektüre. Einer sich neu bildenden Tradition der DGAP gemäß und anknüpfend an die ‚Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik‘ (2008) derselben Veröffentlichungsreihe behandelt es systematisch und vorausschauend ein bedeutsames Thema deutscher und europäischer Außenpolitik. Politik und Wissenschaft werden in einen konstruktiven Dialog gebracht: zu den Autoren gehören Hochschulprofessoren ebenso wie prominente Autorinnen und Autoren der politischen Praxis. Schließlich verheißt die eingängige Darstellung eine gute Aufnahme in der interessierten Öffentlichkeit – und damit ein breiteres Verständnis für Möglichkeiten und Grenzen im Umgang mit fragilen Staaten.“

Prof. Dr. Reinhard Meier-Walser, Leiter der Akademie für Politik und Zeitgeschehen und Chefredakteur der Zeitschrift "Politische Studien" der Hanns-Seidel-Stiftung, München, in "Politische Studien", Januar/Februar 2011: "An der bewährten Tradition der DGAP, als Autorinnen und Autoren ihrer Jahrbücher jeweils nur hervorragend ausgewiesene Experten zu berücksichtigen, hat sich auch mit der Neukonzeption der Jahrbücher nichts geändert. Diesen hohen Maßstab hat der Mitherausgeber und Leiter der Jahrbuch-Redaktion, Josef Braml, aus guten Gründen vom langjährigen Geschäftsführenden Herausgeber, dem im Juli 2005 verstorbenen Wolfgang Wagner, übernommen. Das neue Konzept der Jahrbücher der DGAP, das auch aus didaktischen Gründen sehr zu begrüßen ist, verleiht diesen seit Jahrzehnten verdienten Standardwerken einen beeindruckenden (Mehr-)Wert. […] In jeweils drei Fragenblöcken mit insgesamt 15 Fragen erhielten die Autorinnen und Autoren der drei fraglichen Hauptkapitel […] reichhaltige Anhaltspunkte für die Strukturierung ihres Forschungsdesigns – eine beispielhafte redaktionelle Leistung, die auch die Konzeption und Strukturierung der weiteren Bände kennzeichnen möge. Diese, zweifellos mit hohem Arbeitsaufwand verbundenen, im Zuge der korrelierenden Auswertung der einzelnen Beiträge gewonnenen und zu synoptischen Schlussbetrachtungen verdichteten Handlungsempfehlungen der Herausgeber stellen eine äußerst nützliche Informationsquelle, insbesondere für die operative Politik dar, die in den ersten 26 Bänden der Reihe nicht angeboten wurde."

Daniel Florian, Think-Tank Directory, Februar 2011: „Wie soll deutsche Außenpolitik mit fragiler Staatlichkeit umgehen? Anfang des Jahres wurde das Thema des neuen Jahrbuchs der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) aktueller als vermutlich selbst von den Autoren erwartet. […] Insgesamt bietet ‚Einsatz für den Frieden‘ einen umfassenden Blick auf ein aktuelles Thema und ist damit nicht nur für Wissenschaft und Politik, sondern auch für Journalisten eine wertvolle Hilfe. Und die Ereignisse in Nordafrika machen die Frage, wie prekäre Staaten stabilisiert werden können, sogar noch aktueller.“

EurActiv, Portal für europäische Nachrichten, Hintergründe und Kommunikation, vom 3. Februar 2011: „Um die Stabilisierung prekärer Staaten u.a. durch EU-Missionen geht es in dem aktuellen DGAP-Jahrbuch ‚Einsatz für den Frieden. Sicherheit und Entwicklung in Räumen begrenzter Staatlichkeit‘ mit über 50 Einzelbeiträgen renommierter deutscher Experten sowie Vertreter der operativen Politik in federführenden Bundesministerien und im Bundestag.“

Thomas Speckmann, Mitarbeiter des Vorstandsvorsitzenden der Metro Group, in: "Der Tagesspiegel" vom 28. März 2011: „Die Herausgeber haben 58 namhafte Autoren aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft versammelt, um die bisherigen ‚Einsätze für den Frieden‘ grundlegend zu untersuchen. […] Als Summe der Forschungsergebnisse ihrer Mitautoren formulieren die Herausgeber wertvolle, da realistische Empfehlungen […] und weisen daher auch im Fall Libyen den richtigen Weg: Realitätssinn und Bescheidenheit sollten zu den außen- und sicherheitspolitischen Tugenden des Westens werden.“

Dr. Christoph Bertram, ehemaliger diplomatischer Korrespondent der ZEIT und Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), in: Zeitschrift "Internationale Politik", Mai/Juni 2011: „Wie kann es gelingen, für Stabilität und Entwicklung in Räumen begrenzter Staatlichkeit zu sorgen? Mit dem Sammelband ‚Einsatz für den Frieden‘ liegt jetzt die ambitionierteste und umfassendste Übersicht über fast alle Aspekte dieses ebenso wichtigen wie analytisch weiter allzu lax definierten Problems moderner Sicherheit vor. […] ‚Everything you wanted to know about failing states but were afraid to ask‘ wird auf fast 500 Seiten beantwortet, und das von einem Who’s who aus Think-Tanks und Universitäten.”

Prof. Dr. Dr. h.c. Dieter Senghaas, Institut für Interkulturelle und Internationale Studien der Universität Bremen, in: Das Historisch-Politische Buch, Heft 2/ 2011, 59. Jahrgang: „Nur in einer Frühphase der Erkenntnis und möglicher praktischer Aktivitäten ließe sich eine sinnvolle Politik der frühzeitigen Prävention inszenieren. Und darauf kommt es den Herausgebern zufolge ja an.“

Prof. Dr. Wilfried von Bredow, Philipps-Universität Marburg, in: Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik, Nr. 4/2011: „Die mittels der neuen Medien erreichbare planetarische Informationsfülle über das Weltgeschehen […] macht eine politische Breitendokumentation, wie sie die ‚alten‘ Jahrbücher waren, inzwischen zu großen Teilen überflüssig. Stattdessen sind die ‚neuen‘ Jahrbücher um ein bestimmtes Sachthema konzentriert und bieten vertiefende und vergleichende Analysen aus unterschiedlicher Sicht. […] Das erste dieser neu konzipierten Jahr-Hand-Bücher behandelt eine Weltverträgliche Energiesicherheitspolitik und hat in Wissenschaft und Praxis ein positives Echo gefunden. Jetzt liegt der nächste Band vor: Einsatz für den Frieden. Sicherheit und Entwicklung in Räumen begrenzter Staatlichkeit. […] Die Autorinnen und Autoren sind durchwegs Experten für das Thema, mit dem sich ihr Beitrag beschäftigt. Die einzelnen Aufsätze sind in aller Regel gut zu lesen, das heißt sie sind frei von exkludierendem Jargon. Darauf haben die Herausgeber mit Recht besonderen Wert gelegt, denn es ist ja gerade ihre Absicht, eine Leserschaft zu erreichen und mit den jüngsten empirischen und theoretischen Einsichten zu konfrontieren, die vor allem auch an den praktischen Aspekten der behandelten Probleme interessiert ist. Dies dürfte sehr gut gelungen sein.“

Dr. Hans Wassmund, Universitätsdozent a.D., in: PVS – Politische Vierteljahresschrift, Nr. 4/2012: „Zerfallende, von Gewalt gekennzeichnete Gesellschaften, gefährdete und in Auflösung begriffene Staaten sind einerseits das Thema dieses nach einer originellen Konzeption strukturierten Jahrbuchs. Andererseits ergründen Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, Vertreter internationaler Organisationen und Regierungs- sowie Parteiexperten, mit welchen Mitteln und Strategien Räume begrenzter Staatlichkeit stabilisiert und neuartige Governance-Strukturen gefördert werden können. […] Eine äußerst solide, sehr breite und tief fundierte Grundlage ist mit diesem Jahrbuch dafür geschaffen worden.“

Kontakt

Dr. Josef Braml, Mitherausgeber und Redakteur, E-Mail: braml@dgap.org, Tel.: +49 (0)30 25 42 31-12

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