Drei Jahreszeiten?

Der arabische Frühling aus deutscher, französischer und tunesischer Perspektive

07.07.2011 | 15:30 - 17:00 | DGAP | Nur für geladene Gäste

Diskussion

Kategorie: Arabische Länder, Demokratisierung/Politischer Systemwechsel

Wie haben sich Deutschland und Frankreich angesichts der Massendemonstrationen und des Regimewechsels in Tunesien verhalten? Was erwarten Tunesien und die anderen arabischen Transformationsländer von Deutschland und Frankreich? Darüber diskutierten im Rahmen des „Deutsch-französischen Zukunftsdialogs“ Sami Ben Sassi, Internetaktivist aus Tunis, Béligh Nabli, Forschungsdirektor am Institut de Relations Internationales et Stratégiques (IRIS) in Paris sowie Klemens Semtner, Leiter des Arbeitsstabs Transformationspartnerschaft Tunesien im Auswärtigen Amt.

Sami Ben Sassi berichtete von seiner persönlichen Wahrnehmung des Umbruchsprozesses und zeigte sich enttäuscht insbesondere von der französischen Regierung, die sich lange mit Unterstützung zurückgehalten hatte. Auch Béligh Nabli verwies auf die zwiespältige Haltung Frankreichs, die er in erster Linie in der Furcht vor einer Islamisierung Tunesiens begründet sieht. Klemens Semtner betonte die nach wie vor besondere Beziehung zwischen Frankreich und Tunesien, stellte aber das Engagement Deutschlands als ebenso wichtigen entwicklungspolitischen Beitrag in der Region dar und hob die Rolle der deutschen politischen Stiftungen hervor.

Alle Referenten unterstrichen die Bedeutung starker politischer Signale zur Unterstützung der neuen tunesischen Demokratie und die Wichtigkeit einer engen Kooperation mit den Reformkräften in Tunesien, insbesondere im Bildungsbereich. Um die Region sozioökonomisch zu entwickeln bedürfe es zudem vermehrter Investitionen.

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