In der Schuldenkrise: das große Ablenkungsmanöver

USA-Experte Josef Braml zur Reisediplomatie von US-Finanzminister Timothy Geithner

1. August 2012 - 0:00

Kategorie: Wirtschaft & Finanzen, Vereinigte Staaten von Amerika

Den jüngsten Besuch Geithners in Europa bewertet Josef Braml als Ablenkungsmanöver: „Wenn die Regierung Obama für die schlechte soziale und wirtschaftliche Lage nicht bei den Wahlen am 6. November abgestraft werden will, braucht sie Sündenböcke: Naheliegend sind die Republikaner, die im Kongress Initiativen der Demokraten blockieren. Etwas weiter hergeholt ist Europa, dessen Misere angeblich die US-Wirtschaft in Mitleidenschaft zieht.“

© LL

Fernwirkungen mag es geben: Die Hauptursachen für die anhaltende wirtschaftliche Schwäche der USA sind aber laut Bramls Analyse („Der amerikanische Patient“, Siedler-Verlag) in den Vereinigten Staaten selbst zu finden. „Das sind hausgemachte Strukturprobleme“ betont der USA-Experte: „etwa die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, das Dahinsiechen der Industrie, ein marodes Bildungssystem und eine soziale Ungleichheit, die die US-Wirtschaft schwächt.“

Am 30. Juli 2012 besuchte US-Finanzminister Timothy Geithner seinen deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble in dessen Feriendomizil auf Sylt sowie weitere europäische Akteure, um sich über die Schuldenkrise in Europa und den USA auszutauschen. Josef Braml äußerte sich dazu unter anderem im Interview mit dem Hessischen Rundfunk.

Weitere Beiträge von Josef Braml:


 

 

Experten

DGAP in den Medien