Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen

Das Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen (AOZ), benannt nach dem Präsidenten der DGAP von 2003 bis 2005, beschäftigt sich damit, wie die Europäische Union in ihren Entscheidungen und Handlungen strategischer werden kann und was dies von Deutschland verlangt.

Ein Jahrzehnt globaler Krisen liegt hinter der EU, in der sie zwar im Zentrum der Probleme, jedoch immer mehr am Rande der Lösung stand. Dies hat ihren Ruf in guter Regierungsführung und der Fähigkeit, zukünftige Trends zu antizipieren, beschädigt. Sowohl die EU als auch Deutschland laufen Gefahr, im reaktiven Krisenmanagement zu verharren.

Um hier Abhilfe zu schaffen, umfasst die Arbeit des Europaprogramms des AOZ vier Bereiche, die strategisch über globale Chancen und Bedrohungen für die EU sowie die Rolle der deutschen Europapolitik bei deren Bewältigung nachdenken. Jeder Bereich ist relevant für die Arbeit von Entscheidungsträgern in Brüssel und Berlin, um die strategische Fähigkeit der EU wiederherzustellen:

 

Europa in der Welt

Mit strategischen Vorausschauen und Szenarien-Übungen antizipiert dieser Bereich die zukünftige Form der Globalisierung und untersucht die Möglichkeiten der EU, diese zu beeinflussen. Eine der wichtigsten Komponenten ist das Projekt „Ideenwerkstatt Deutsche Außenpolitik“, das einen Blick auf das Jahr 2030 wirft und dabei analysiert, wie und in welchen Bereichen die EU Fähigkeiten aufbauen muss. Zudem evaluiert dieser Teilbereich, wie die EU ihren wirtschaftlichen Einfluss weiterhin zugunsten internationaler Kooperation, internationaler Sicherheit und liberaler Politik einsetzen kann.

Themen:

  • EU-Außenpolitik und strategische Autonomie
  • Die Rolle der EU in internationalen Organisationen
  • EU-Regulierung globaler Handels-, Kapital- und Arbeitsströme
Die Welt in Europa

Grenzüberschreitende Integration hat die EU neuen Bedrohungen ausgesetzt, beispielsweise der hybriden Kriegsführung, dem Einsatz von Migrationsströmen als politisches Druckmittel und ausländischer Einmischung, da Mächte wie China und Russland sowie nichtstaatliche Akteure wie organisierte kriminelle Gruppen ihre Schwachstellen ausnutzen. Dieser Teilbereich beschäftigt sich mit der Frage, wie die EU ihren Umgang mit solchen Bedrohungen neu definieren und damit die grenzüberschreitende Zusammenarbeit als wesentlichen Bestandteil ihres internationalen Ansehens wiederherstellen kann.

Themen:

  • Hybride Bedrohungen
  • Desinformation
  • Grenzmanagement und -technologien
  • Irreguläre Migration
  • Krise des Schengen-Abkommens

Deutschland in Europa

Die Art und Weise, wie Deutschland seine politischen Entscheidungen trifft und umsetzt, spielt eine wichtige Rolle für die strategische Ausrichtung Europas. Die Krise in der Eurozone, die Ernennung deutscher Beamter in prominente EU-Positionen und der Brexit haben Deutschland in den Mittelpunkt der europäischen Entscheidungsfindung gerückt. Folglich ist Deutschland zu einem unverzichtbaren Partner für andere Länder geworden, die Einfluss auf EU-Angelegenheiten nehmen wollen. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Teilbereich untersucht, wie Deutschland seine Partnerschaften und Koalitionen wählen und handhaben sollte.

Themen:

  • Deutsche Europapolitik
  • Politische Entwicklungen in süd-, nord- und osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten
  • Europäische Integration / EU-Institutionen
  • Europäische Außen- und Sicherheitspolitik
  • Europäische Migrationspolitik
  • Europäische Wirtschafts- und Währungspolitik
  • Europäische Gesundheitspolitik
Europa in Deutschland

Für alle strategischen Prozesse müssen Bürgerinnen und Bürger hinter gemeinsamen Zielen mobilisiert werden. Obwohl es in Deutschland eine breite Unterstützung der Bevölkerung für die europäische Integration gibt, hat ein Jahrzehnt der Krisen Spuren hinterlassen. Gleichzeitig haben diese Krisen auch zu einer Zentralisierung der Entscheidungsfindung in Brüssel geführt. Dieser Teilbereich untersucht, wie die Beteiligung der Bevölkerung an der Europapolitik verbessert werden kann und wie grenzüberschreitende Netzwerke von Städten, Unternehmen und der Zivilgesellschaft genutzt werden können, um europäische Perspektiven nach Deutschland zu bringen.

Themen:

  • Städte-Diplomatie
  • Public Diplomacy
  • Dialog mit anderen europäischen Think Tanks

 

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