Buchtipps

  • Analyse eines Bürgerkriegs, der ein Land zerrissen hat

    Der Politikwissenschaftler Samer N. Abboud macht die militärische und politische festgefahrene Lage Syriens verständlich

    Für simple Unterteilungen à la Schia versus Sunna oder Rebellen gegen Regime ist die Lage in Syrien zu komplex, so Samer N. Abboud. Und so macht sich der Autor daran, diese zu erklären. Abboud identifiziert und beschreibt die sich feindlich gegenüberstehenden Gruppen, wodurch ein differenziertes Bild des syrischen Konflikts entsteht. Auch erzählt er, weshalb es im März 2011 zum Aufstand kam, wie daraus die größte humanitäre Krise des neuen Jahrhunderts wurde und welche Lösungen denkbar wären.

    Abboud, Samer N.: Syria. - Cambridge: Polity Press, 2016, 212 S., Kt., Tab., Lit.Hinw. Dieser Titel steht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DGAP sowie Gästen des Lesesaals auf Ebook Central zur Verfügung.

  • Inspirationen für den „Russischen Weg“

    Wie Wladimir Putin aus Russland wieder eine große, eine imperiale Idee machen möchte und welche Philosophien ihn leiten

    In den letzten Jahren gestaltet Putin seine Politik nach innen immer konservativer, nach außen richtet er sie offensiv gegen den Westen aus. Aus welchen Quellen speist sich das Denken und Handeln des russischen Präsidenten? Der französische Philosoph und Journalist Michel Eltchaninoff gibt einen Überblick über die verschiedenen Geistesströmungen, die Einfluss auf Putin ausüben, von den Slawophilen des 19. Jahrhunderts über den Eurasismus, den Konservatismus bis zur sowjetischen Ideologie.

    Eltchaninoff, Michel: In Putins Kopf. Die Philosophie eines lupenreinen Demokraten. – Stuttgart: Tropen, 2016, 191 S., Lit. S. 171-187. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50818 verfügbar.

  • Perspektivwechsel

    Afrikanische Autoren zeigen in 44 Porträts ein Bild ihres Kontinents jenseits gängiger Stereotype

    Erzählt werden Geschichten über besondere Menschen des subsaharischen Afrikas. Darunter viele in Deutschland eher unbekannte Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart, doch auch bekannte sind vertreten, wie die Politikerin Aminata Traoré, der Musiker Fela Kuti oder der Präsident der Ashesi Universität in Ghana, Patrick Awuah. Porträtiert auf wenigen Seiten, stellen die Autoren das Schaffen dieser Ideengeber und Führungspersönlichkeiten im Kontext der jeweiligen politischen Gegebenheiten vor.

    Diallo, M. Moustapha (Hrsg.): Visionäre Afrikas. Der Kontinent in ungewöhnlichen Porträts. – Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung (Lizenzausgabe), 2015, 366 S., Lit.Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50806 verfügbar.

  • Die Post-Snowden-Welt

    Wie umgehen mit der Überwachung des digitalen Raums?

    Der Soziologe David Lyon, der am Surveillance Studies Centre der Queen’s University in Kingston (Kanada) lehrt, schildert nicht nur Hergang und Auswirkungen der Enthüllungen Edward Snowdens. Lyon erklärt, wie Geheimdienste globale Datenströme überwachen sowie die Bedeutung von Metadaten bei der Observierung von Personen. Er erwägt Konsequenzen, wie die Gesellschaft mit diesen Tatsachen umgehen sollte – nämlich dem Verlust der Privatheit und dem Risiko jedes Einzelnen, durch Pech in den Fokus zu geraten.

    Lyon, David: Surveillance after Snowden. – Cambridge: Polity Press, 2015, 131 S., Lit.Hinw. Dieser Titel steht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DGAP sowie Gästen des Lesesaals auf der Ebook-Plattform zur Verfügung.

  • Historisch gewachsene Unterschiede in der Außenpolitik

    Ein Vergleich französischer und deutscher Außen- und Sicherheitspolitik vom Kalten Krieg bis in die Gegenwart

    Ulrich Krotz arbeitet anhand von Beispielen die divergenten Perspektiven in der Außen- und Sicherheitspolitik beider Länder seit den 1950er Jahren heraus. Diesen liegen historische Erfahrungen zugrunde, die einen wichtigen Einflussfaktor der jeweiligen Selbstverortung in der Weltpolitik darstellen. Während Deutschland aufgrund von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg lange Zeit international zurückhaltend agierte, strebte Frankreich stets die Rolle eines unabhängigen, weltweit aktiven Gestalters an.

    Krotz, Ulrich: History and Foreign Policy in France and Germany. – Basingstoke: Palgrave Macmillan, 2015, 239 S., graph. Darst., Reg., Lit. S. 183-219 Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50724 verfügbar.

  • Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und China?

    Christopher Coker diskutiert die (Un-)Wahrscheinlichkeiten einer bewaffneten Auseinandersetzung zum aktuellen Zeitpunkt

    Die historische Erfahrung lehrt, so Coker, dass Krieg immer wieder Nischen zu finden scheint. In der Moderne waren Nationalismen und widerstreitende Zukunftsvorstellungen oft die Auslöser, daher ist ein andauernder Dialog zur Verständigung zwischen Konkurrenten notwendig. Zum Verständnis zieht Coker ältere Literatur heran, beispielsweise geht er an den Vorabend des Ersten Weltkriegs zurück, um in der Situation zwischen Großbritannien und Deutschland Parallelen zu finden – eine Aufforderung zur Aufmerksamkeit.

    Coker, Christopher: The Improbable War. China, The United States and the Logic of Great Power Conflict. – Oxford: Oxford University Press, 2015, 217 S., Lit. Hinw. Dieser Titel steht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DGAP sowie Gästen des Lesesaals auf der Ebook-Plattform zur Verfügung.

  • Russische Außenpolitik unter Putin im Zeitalter der Weltunordnung

    Russlands Selbstverständnis als Weltmacht trifft auf die Realitäten des 21. Jahrhunderts – eine kritische Betrachtung

    Bobo Lo identifiziert die Grundpfeiler der aktuellen russischen Außenpolitik und beschreibt die Beziehungen zu einer Reihe von Akteuren. Er stellt fest, dass es im Grunde einer umfassenden Modernisierung des Landes bedürfte, damit es auch auf dem Gebiet der Außenpolitik einen konstruktiven Beitrag jenseits des veralteten „Konzerts der Großmächte“ leisten könnte. Eine Transformation unter Putins konservativem Kurs ist wohl nicht zu erwarten; verschiedene Szenarien für 2030 werden aufgezeigt.

    Lo, Bobo: Russia and the New World Disorder. – Washington: Brookings Institution Press with Chatham House, 2015, 370 S., Lit. Hinw. Dieser Titel steht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der DGAP sowie Gästen des Lesesaals auf der Ebook-Plattform zur Verfügung.

  • Geschichte des Koreakriegs

    Der Historiker Bernd Stöver erklärt in seinem Buch die Bedeutung des Koreakriegs über das Ende des Kalten Kriegs hinaus.

    Die Geschichte dieses ersten heißen „kleinen“ Kriegs (1950-53) innerhalb des Kalten Kriegs beschäftigt sich mit Ursachen und Verlauf sowie ausführlich mit den Folgen. Der Autor betrachtet diese im Hinblick auf die weitere Konfrontation der beteiligten Supermächte USA und UdSSR, zeigt aber auch die Entwicklungen in den beiden Koreas auf, wo der Krieg und die daraus resultierende und auf absehbare Zeit wohl unüberwindbare Teilung Politik und Gesellschaft bis heute prägen.

    Stöver, Bernd: Geschichte des Koreakriegs. Schlachtfeld der Supermächte und ungelöster Konflikt. – München: Beck, 2013, 267 S., Ill., graph. Darst., Kt., Tab., Lit. Hinw. Das Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50584 verfügbar.

  • Ein Szenario für China im Jahr 2030

    Chinesische Wissenschaftler zitieren Konfuzius, Mao und Deng Xiaoping und extrapolieren die wirtschaftliche Entwicklung.

    Auf dieser Grundlage sehen sie eine harmonische chinesische Gesellschaft in einer friedlichen, harmonischen Welt am Ende des Weges. Gegenwärtig sei China in der Phase des individuellen „get rich“, auf die eine Phase des sozialistischen Ausgleichs folgen müsse. Nur dann sei Harmonie möglich. Der chinesische Entwicklungsweg erkenne die Bedeutung von Umwelt, Bildung für alle und technischem Fortschritt. Er könne ein Modell für andere Entwicklungsländer sein und so die ungerechte Weltordnung ändern.

    Hu, Angang, Yan, Yilong, Wei, Xing: China 2030. – Heidelberg: Springer, 2014, 153 S., graph. Darst, Tab., Lit. Hinw. Das Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50403 verfügbar.

  • Die Analysen der Nachrichtendienste sollen besser werden

    Falsche Analysen können Folgen und Nebenwirkungen haben, wie z.B. der Fall der Massenvernichtungswaffen in Irak zeigt.

    In den USA gibt es Vorschläge. Ausgangserkenntnis: In die Analysen flössen subjektive Sichten des Analysten ein, und er liege mit seinen Ergebnissen oft fern der Realität. Das aber ist in der Wissenschaft altbekannt. Dort gilt: Endgültig gesichertes Wissen gibt es nicht. Und zu versuchen ist, Theorien zu falsifizieren. Ebendies sollen nun die „Structured Analytic Techniques“ erreichen. Anhand von Fallbeispielen wird beschrieben, wie mehr Realitätsnähe in politische Analysen gebracht werden soll.

    Miller Beebe, Sarah, Pherson, Randolph H.: Cases in Intelligence Analysis. Structured Analytic Techiques in Action. – Thousand Oaks/Cal.: CQ Press, 2015, 2nd ed. XLII, 353 S., Ill., graph. Darst, Kt., Tab., Lit. Hinw. Das Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50466 verfügbar.

  • Deutschland ist der Zahlmeister in Europa

    Und die Lösung der europäischen Schuldenkrise liege in der vorbildlichen Sparsamkeit einer schwäbischen Hausfrau.

    So die Sicht im überwiegenden Teil der deutschen Öffentlichkeit. Die Autoren gehören zu den Kritikern dieser Sicht. Eine Auswahl von Argumenten: Bisher habe der deutsche Steuerzahler real noch keinen Cent bezahlt, er bekomme sogar Zinsen für Kredite an Schuldnerländer. Kosten seien bisher nur für die Rettung deutscher Banken entstanden, nicht wegen Hilfen z. B. für faule Griechen. Die falsche Krisenpolitik aber fördere populistische Parteien europaweit und den Zerfall des europäischen Projekts.

    Meyer, Henning; Watt, Andrew (Hrsg.): Die 10 Mythen der Eurokrise, … und warum sie falsch sind. – o.O.: SE Publishing, 2014. VII, 137 S., Graph. Darst, Lit. Hinw. Das Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50331 verfügbar.

  • Indien gilt als aufstrebendes Schwellenland und Demokratie

    Die Autoren zeigen ein anderes Bild. Gesellschaft und Wirtschaft seien in einer Krise, die nur schwer zu überwinden sei.

    Indikatoren: 1,7 Millionen verhungerte Kinder im Jahr, geschätzte 100 000 Fälle von straflosem Mord an Frauen im Jahr, ein Kastensystem, das die Mehrheit der Bevölkerung diskriminiere, ausufernde Bürokratie und Korruption. Etwa 500 Milliarden US-Dollar Schwarzgeld lägen im Ausland und fehlten der Wirtschaft und dem Staat. Viele ausländische Investoren hätten sich zurückgezogen, das Wirtschaftswachstum stagniere. Gegen die meisten der Übel gäbe es zwar Gesetze, sie würden aber nicht durchgesetzt.

    Blume, Georg; Hein, Christoph: Indiens verdrängte Wahrheit. Streitschrift gegen ein unmenschliches System. – Hamburg: Körber-Stiftung, 2014. 197 S. Dieses Buch ist in der Bibliothek unter der Signatur 50100 verfügbar.

  • Die EU in der Krise und vor historischen Entscheidungen

    Die Geschichte Europas als Kontinent der Kriege zeige die Bedeutung der EU als Friedens- und Einigungsinstrument.

    Die Finanzkrise habe jedoch auf den Weg zu einer Renationalisierung geführt, und Russlands Expansionsstreben zeige, dass Europa noch kein Friedenskontinent sei. Zudem habe in der globalisierten Welt nur ein Europa mit einer Stimme genügend Gewicht, damit nicht andere die Regeln bestimmten. Eine Lösung sieht der Autor nur in mehr Integration zunächst im Euroraum mit weiterer Abgabe von Souveränität. Sein Vorschlag sind die Vereinigten Staaten von Europa, aber nach dem Modell der Schweiz.

    Fischer, Joschka: Scheitert Europa? – Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2014. 159 S. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50276 verfügbar.

  • Die Transformation Europas nach dem Ende des Kalten Kriegs

    Die Umbrüche werden beschrieben als Siegeszug des Neoliberalismus. Ergebnisse in einzelnen Ländern werden verglichen.

    Die Rezepte des Neoliberalismus – Privatisierung, Liberalisierung, Deregulierung – seien in den einzelnen Ländern in unterschiedlicher Form und Intensität angewandt worden. Es zeige sich, dass die Anwendung der reinen Lehre auch wirtschaftlich zu schlechten Ergebnissen führe (gemessen am Bruttoinlandsprodukt). Ein zu schlanker Staat und fehlende soziale Grundsicherung gefährdeten eine erfolgreiche Transformation und die Stabilität des Staates. Lehren, z.B. für Griechenland, ließen sich ziehen.

    Ther, Philipp: Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa. – Berlin: Suhrkamp, 2014. 430 S., Ill., graph. Darst., Reg., Lit.Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50293 verfügbar.

  • Farbrevolutionen und ein schillernder Demokratiebegriff

    Nicht wissenschaftlich und wegen vieler Grammatikfehler nicht jugendfrei. Aber: Interessante Sichten und steile Thesen.

    Verglichen werden die Umbrüche in Myanmar und den arabischen Ländern. Aus westlicher Sicht Demokratiebewegungen, weil deren Anführer Demokratie fordern. Was sie aber meinten, seien Gesellschaftsmodelle auf der Grundlage der unterschiedlichen kulturell/religiösen Gegebenheiten. Gemeinsam sei allen die Ablehnung der alten Autokratien, die Vorstellungen des Neuen seien von denen des Westens sehr verschieden. Die Veränderungsprozesse würden noch lange dauern und oft überraschende Ergebnisse haben.

    Zöllner, Hans-Bernd: Fetisch Demokratie. Der arabische Frühling, von außen betrachtet. – Hamburg: Abera, 2014. 159 S., Ill., Reg., Lit.Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50074 verfügbar.

  • Ein auffälliger Nachbar in Europa. Nationalismus in Ungarn

    Erklärungen seien die Wirtschaftsentwicklung und die Geschichte Ungarns als Vielvölkergebilde mit unsicheren Grenzen.

    Ein Kulminationspunkt waren die neuen Grenzen von 1920, die Ungarn von einem Staat mit 18,2 Millionen Einwohnern zu einem mit 7,6 Millionen machten. Zudem habe sich Ungarn immer als Teil des Westens gesehen, aber in seiner wirtschaftlichen Entwicklung nie mit diesem gleichziehen können. Ursache sei in der Wahrnehmung der Mittel- und Oberschichten ausländische Fremdbestimmung, so dass diese Schichten zu Trägern des Nationalismus und seiner breiten Präsenz in der Gesellschaft wurden.

    Markus, Adam: Die Geschichte des ungarischen Nationalismus. – Frankfurt/Main: Lang, 2013. 146 S., Ill., graph. Darst., Kt., Tab., Lit.Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50218 verfügbar.

  • Fremde Weltbilder. Salafismus für Anfänger

    Geboten wird eine Einführung in Gedankenwelt und Geschichte des Islams. Der Hauptteil stellt die Lage in Deutschland vor

    In 2012 schätzten Sicherheitsbehörden die Zahl von Personen mit „dschihadistischen Ambitionen“ auf etwa 900. Was bringt Menschen dazu? Ausgrenzungserfahrungen und Bildungsdefizite seien gemeinsame Merkmale, dazu kämen Faktoren aus der individuellen Biografie. Salafisten böten eine einfache Erklärung der komplexen Welt und Orientierung. Ausführlich beschrieben werden Bemühungen von Staat und Gesellschaft, präventiv einzuwirken. Es gäbe aber wenig gesichertes Wissen über effektive Verfahren.

    Ceylan, Rauf; Kiefer, Michael: Salafismus. Fundamentalistische Strömungen und Radikalisierungsprävention. – Wiesbaden: Springer (Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung), 2013. 180 S., Lit. Dieses Buch ist in der Bibliothek unter der Signatur 50036 verfügbar.

  • Die Wirtschaftskrise in den USA. Empirie gegen Theorie

    Die Autoren untersuchen anhand von Daten die Validität der die Krise erklärenden Theorien. Das Ergebnis ist bedenklich.

    Und auf Europa übertragbar. Ein Beispiel: Die Europäische Zentralbank flutet Banken mit Geld, damit diese Kredite an die Wirtschaft vergeben, um diese so anzukurbeln. In den USA überstieg die Zahl der Unternehmen, die Finanzierung und Kredit bei Investitionen für wichtig hielten, im Verlauf der Krise nie 5 Prozent. Wichtiger seien Absatzmärkte. Das wird auch in Europa so sein. Geht die Geldpolitik der EZB an der Realität vorbei? Schafft sie neue Blasen z.B. bei Aktienkursen? Einen neuen Crash?

    Mian, Atif; Sufi, Amir: House of Debt. How They (and You) Caused the Great Recession, and How We Can Prevent it From Happening Again. – Chicago/Ill.: University of Chicago Press, 2014. 219 S., graph. Darst., Reg., Lit. Dieses Buch ist in der Bibliothek unter der Signatur 50149 verfügbar.

  • Drohnenkrieger. Gedanken über mögliche Langzeitfolgen

    Absenkung der Schwelle zum Einsatz militärischer Gewalt, Völkerrecht und die Wirkung auf Menschen sind die Hauptthemen.

    Bisher wenig untersucht ist der letzte Punkt. In allen Kulturen gäbe es ein ähnliches Gespür dafür, was im Krieg ehrenhaft sei. Kampfdrohnen, die ohne Risiko für den Angreifer töten, seien es nicht. Die US-Strategie der Enthauptung von Terrorgruppen könnte deren Kampfwillen stärken wie auch die Unterstützung durch ihr Umfeld. Drohnenpiloten, obwohl in Sicherheit, zeigten posttraumatische Belastungsstörungen. Möglicherweise verbreitet sich eine Waffe, die nicht zu den Anlagen des Menschen passt.

    Enemark, Christian: Armed Drones and the Ethics of War. Military Virtue in a Postheroic Age. – London: Routledge, 2014. 150 S., Reg., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49899 verfügbar.

  • Über Macht, Ohnmacht und Befreiungsversuche

    Im westlichen Selbstbild zur Kolonialzeit brachte der weiße Mann dem Rest der Welt Zivilisation – wie sah der Rest das?

    Pankaj Mishra zufolge mit ohnmächtiger Wut. Die eigenen Gesellschaften und Kulturen, oft mit langer Geschichte und Tradition, gerieten in Abhängigkeit und Armut. Wie gegen den Westen bestehen? Mishra beschreibt ein breites Spektrum von Ideen und Versuchen, von frühen Vordenkern über Gandhi bis hin zu Bin Laden. Eine große Enttäuschung seien die USA gewesen, die die eigene Rhetorik nicht ernst nahmen. Wenn sich heute ein Westler fragt, why do they hate us?, kann ihm dieses Buch Antwort geben.

    Mishra, Pankaj: Aus den Ruinen des Empires. Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens. – Frankfurt/Main: S. Fischer, 2013. 441 S., Reg., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50052 verfügbar.

  • Großbritanniens Distanz zum europäischen Integrationsprojekt

    Ein Politikinsider und Proeuropäer gibt Einblick in britische Selbstbilder und wie diese in der Europapolitik wirken

    Roger Liddle sieht drei Narrative, die das Bild einer britischen Besonderheit prägten: Britannien als globale und nicht europäische Macht; die Stabilität seiner politischen Institutionen über Jahrhunderte im Gegensatz zu den europäischen Ländern; und der Politikstil des „Strong Government“, im Gegensatz zum konsensorientierten Stil der EU. Mit weniger EU ginge es Großbritannien besser. Was dazu aber nicht passe, ist z.B. die Frage, warum andere EU-Länder erfolgreicher auf den Weltmärkten sind.

    Liddle, Roger: The Europe Dilemma. Britain and the Drama of EU Integration. – London: I. B. Tauris, 2014. 309 S., Reg., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50045 verfügbar.

  • Über Terrorismus, Theorien und Politik

    Wissenschaftler und Experten beantworten elf Fragen, einmal Pro, einmal Contra. Was lässt sich erkennen?

    Eine Auswahl von Fragen: Ist Armut Ursache für Terrorismus? Nein, so die empirisch belegte Antwort. Doch, so die andere, die gute Argumente gegen die erste liefert. Ist Nuklearterrorismus eine reale Gefahr? Einigkeit besteht nur darin, dass er nicht sicher ausgeschlossen werden kann. Ein ähnlicher Befund bei der Frage nach wirksamen Terrorbekämpfungsstrategien. Es zeigen sich die Grenzen von Wissenschaft bei komplexen Realitäten. Was bleibt der Politik? Entscheidungszwang unter Unsicherheit.

    Gottlieb, Stuart (Hrsg.): Debating Terrorism and Counterterrorism. Conflicting Perspectives on Causes, Contexts, and Responses. – Thousand Oaks/Cal.: CQ Press, 2013. 407 S., Tab., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49818 verfügbar.

  • Die Millenniumsziele auf der Zielgeraden. Im Fokus: Hunger

    Zwischen 1990 und 2015 sollte der Anteil der Menschen, die an Hunger leiden, halbiert werden. Was wurde erreicht?

    Zurzeit sei der Anteil etwa so hoch wie 1990, konzentriere sich heute aber auf Subsahara-Afrika und Südasien, so Hans Konrad Biesalski. Auch sei die Versorgung mit Mikronährstoffen (Vitamin A, Zink, Eisen, Jod) ebenso wichtig wie die mit Kohlenhydraten, und der Mangel an beidem laste auf dem Entwicklungspotential dieser Regionen. Der Autor beschreibt Ursachen und Folgen, sowie die Verflechtung der Faktoren Politik, Armut, Landraub, Preise, Biosprit und Klima, die eine Besserung schwierig machen.

    Biesalski, Hans Konrad: Der verborgene Hunger. Satt sein ist nicht genug. – Berlin: Springer Spektrum, 2013. 307 S., graph. Darst., Tab., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 50016 verfügbar.

  • Quo vadis, internationales System?

    Das bipolare System des Kalten Kriegs ist Geschichte, der unipolare Moment der USA vorbei. Eine Enwicklungsperspektive.

    Der Autor greift den Ansatz Henry Kissingers auf, nämlich die Ko-Evolution, und führt diesen fort. Mit China entstehe ein Machtpotential, das dem der Sowjetunion gleichkomme, weitere Staaten betreten die Bühne. Der geschwächte Westen müsse umdenken, dazu gehöre der Verzicht auf Nullsummenspielverhalten und auf das Bestreben, das eigene Wertesystem in anderen Ländern zu etablieren. Der Andere müsse in seinem Anderssein anerkannt werden. China sei ein Land, das diesen Weg wohl mitgehen könnte.

    Hildebrandt, Reinhard: Globale und regionale Machtstrukturen. Globale oder duale Hegemonie, Multipolarität oder Ko-Evolution. – Frankfurt/Main: Lang, 2013. 220 S., graph. Darst., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49708 verfügbar.

  • Probleme des Statebuilding

    Die Schaffung staatlicher Strukturen bleibt unverzichtbar, um nach Konflikten dauerhaft Frieden zu stiften

    Timothy Sisk führt in die aktuelle Debatte ein und analysiert anhand von Fallbeispielen, wie sich internationale Statebuilding-Bemühungen verbessern ließen. Denn militärische Intervention allein reiche nicht, um fragile Staaten zu stabilisieren – nach Bürgerkriegen sei längeres Engagement nötig. Alle Bevölkerungsgruppen müssten einbezogen werden. Jeder Fall erfordere zudem ein besonderes Vorgehen. Auch die Ziele seien zu klären: Reicht gute Regierungsführung oder muss es Demokratisierung sein?

    Sisk, Timothy D.: Statebuilding. Consolidating Peace After Civil War. – Cambridge: Polity Press, 2013. 215 S., graph. Darst., Tab., Reg., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49643 verfügbar.

  • Aufstrebende Regionalmacht: die Türkei

    Neuer Sammelband informiert über außen- und innenpolitische Dynamiken

    Er beschreibt die historischen Motive für den regionalen Führungsanspruch und die umfassenden Reformen, die die Türkei der EU näher bringen sollen. Wie sehr die gesellschaftliche Realität hinter der Europäisierung der Rechtsnormen zurückbleibt, illustrieren die Beispiele über die Lage der Aleviten und den Mord an dem Journalisten Hrant Dink. Hier wünschte man sich noch einen Beitrag, der die gesellschaftlichen Prozesse in Breite analysiert und die aktuellen Proteste einordnen helfen würde.

    Leiße, Olaf (Hrsg.): Die Türkei im Wandel: Innen- und außenpolitische Dynamiken. – Baden-Baden: Nomos, 2013. 497 S., Lit.Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49904 verfügbar.

  • Die Stammesgebiete in Pakistan und die regionale Sicherheit

    Fehlende Staatlichkeit und tribale Strukturen prägen die Gebiete. Was sind die Ursachen und was ist zu tun?

    Carsten Michels liefert eine fundierte Analyse von der britischen Kolonialzeit bis 2011. Er beschreibt Gesellschaftsstruktur und Lebensbedingungen der Paschtunen und warum Taliban, Al-Qaida und dschihadistische Gruppen hier ein Rückzugsgebiet finden. Und er analysiert das Scheitern Pakistans, die Kontrolle zu erhalten, und die Risiken für Afghanistan. Seine Vorschläge: eine Kombination aus kurzfristig gezielter Gewaltanwendung, State Building und langfristiger Entwicklungshilfe.

    Michels, Carsten: Die Taliban in den Stammesgebieten Pakistans. Eine sicherheitspolitische Analyse der Jahre 2001-2011. – Frankfurt/Main: Lang, 2013. 470 S., graph. Darst., Kt., Tab., Lit. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49755 verfügbar.

  • Wer ist der russische Präsident Putin?

    Die Autoren versuchen einen Entwurf seines Weltbildes, seiner Identität und Motivation

    Putins Erfahrungen beim Untergang des Kommunismus und beim KGB formten ihn zu einem ideologiefreien Pragmatiker. Ein starker Staat, ein gemeinsames historisches Bewusstsein und die Religion sind für ihn die Klammern, die Russland zusammenhalten. Im real existierenden „Putinismus“ aber zählen persönliche Kontakte, nicht politische Institutionen. Das macht das System fragil. Die Stärke des Buches liegt in der ideengeschichtlichen Einbettung der Überzeugungen Putins und der breiten Quellenbasis.

    Hill, Fiona; Gaddy, Clifford G.: Mr. Putin: Operative in the Kremlin. – Washington, D.C: Brookings Institution Press, 2013. 390 S., Reg., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49661 verfügbar.

  • Chinas roter Apparat

    Richard McGregor über den erfolgreichen Machterhalt der Kommunistischen Partei Chinas

    Das Erfolgsrezept der mächtigsten Partei der Welt besteht noch immer in ihrer Orientierung an Lenin, so der Autor. Der Schlüssel liege in der Kontrolle. Parteifunktionäre sitzen überall, in den Staatsorganen, der Wirtschaft, den Medien. Das Wesentliche aber: Die Partei wählt dort auch das Führungspersonal aus. Nur politisch zuverlässige Personen haben eine Chance. Die Grenzen der Macht aber zeigen sich am Problem der Korruption. Sind hohe Funktionäre beteiligt, versagen alle Kontrollen.

    McGregor, Richard: Der rote Apparat. Chinas Kommunisten. – Berlin: Matthes & Seitz, 2013. 397 S., graph. Darst., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49741 verfügbar.

  • Martin Schulz: Ein Praktiker blickt auf Europa

    Der Präsident des Europäischen Parlaments hält den Untergang der EU für möglich und macht sich Gedanken über die Folgen

    Ein Ende der Union führe zu einer Wiederkehr des Nationalismus, habe katastrophale Folgen für die deutschen Exporte und marginalisiere die EU-Länder in der Welt. Die EU müsse deshalb handlungsfähiger werden und dazu ihre Institutionen demokratisieren und sich vom Neoliberalismus abwenden. Der Leser erfährt viel über die Person des Autors, was ihn ärgert (Scheinheiligkeit der nationalen Regierungen, Bedienung von Ressentiments in den Medien) und wofür er letztlich steht.

    Schulz, Martin: Der gefesselte Riese. Europas letzte Chance. – Berlin: Rowohlt, 2013. 271 S., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49645 verfügbar.

  • Angela Merkel persönlich

    Welche Ziele und Werte hat die Kanzlerin und wie trifft sie Entscheidungen? Ein Journalist sucht Antworten

    Visionen seien Merkels Sache nicht, eher die Bewahrung. Nämlich des Euro und des demokratischen Sozialstaats nach europäischem Modell. Umfassende, abwägende Informationssammlung ginge Entscheidungen voraus, die das Machbare verfolgen, oft als Zaudern gedeutet. Sie wolle keine unrealistischen Erwartungen wecken, sondern liefern können. Pragmatismus stehe dabei über konservativen Werten. Interessant auch, was Nikolaus Blome über Merkels Haltung zu Reformen, Experten und den Wählern schreibt.

    Blome, Nikolaus: Angela Merkel. Die Zauderkünstlerin. – München: Pantheon, 2013. 205 S. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49710 verfügbar.

  • Wirtschaftswachstum bei begrenzten Ressourcen

    Niemand kann die wachsenden Mittelschichten der Schwellenländer zum Konsumverzicht zwingen. Ideen sind gefragt

    Der Autor ist Optimist. Rohstoffe seien ausreichend vorhanden, Grenzen für Wachstum gäbe es nur bei Klima, Boden und Wasser. Wissenschaft und Technik sollen die abfallfreie Wirtschaft schaffen, die Energieversorgung muss auf erneuerbare Quellen umgestellt werden. Fücks’ Credo: Intelligentes Wachstum ist Wachstum in Koevolution mit der Natur. Diese biete genug Vorbilder für Nachhaltigkeit. Das Buch nennt zahlreiche, interessante Beispiele.

    Fücks, Ralf: Intelligent wachsen. Die grüne Revolution. – München: Hanser, 2013. 362 S., Lit.Hinw., Reg. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49664 verfügbar.

  • Vom Stamm der Klimaforscher

    Die Klimapolitik steckt in einer Sackgasse, allen internationalen Konferenzen zum Trotz steigen die Emissionen weiter

    Die Autoren, ein Klimaforscher und ein Ethnologe, erklären das Problem so: Der Stamm der Klimatologen erkennt die Gefahr und zieht in die Welt, um diese zu retten. Dort trifft er auf feindliche Stämme, vergisst im Eifer des Gefechts, dass Wissenschaft keine Wahrheit liefert, und verfällt in das Verhalten einer Lobbygruppe. Glaubwürdigkeit perdu. Was tun? Wissenschaft sollte nur ehrlicher Makler sein, Emissionen soweit wie möglich reduziert werden und lokale Anpassung die Betroffenen einbeziehen.

    Storch, Hans von; Krauß, Werner: Die Klimafalle. Die gefährliche Nähe von Politik und Klimaforschung. – München: Hanser, 2013. 248 S., Lit. Hinw., Reg. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49616 verfügbar.

  • Kein „normales“ Instrument der Außenpolitik

    Bundeswehreinsätze sind hierzulande umstritten

    Das, so der Autor, hat historische Gründe. Nach 1950 diente die Bundeswehr ausschließlich der Landesverteidigung und als „Eintrittskarte“ für die westlichen Bündnisse. Erst seit den achtziger Jahren sind Out-of-area-Einsätze auch für Deutschland ein Thema. Heute erfordern Bündnisverpflichtungen und neue Weltordnung weitere Schritte der Normalisierung. Als Leser fragt man sich allerdings: Wäre nicht wünschenswert, der restriktivere deutsche Umgang mit militärischer Gewalt gälte als „normal“?

    Krause, Ulf von: Die Bundeswehr als Instrument deutscher Außenpolitik. – Wiesbaden: Springer VS, 2013. 410 S., Lit. Hinw., Reg. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49598 verfügbar.

  • Wenn Geld die Demokratie unterwandert

    In den USA wächst die Kluft zwischen Wählern und Gewählten

    Laut Umfragen vertrauten vor 30 Jahren 70 Prozent der amerikanischen Wähler ihrer Regierung. 2010 waren es nur noch 22 Prozent. Der Autor sieht die Ursache in der Macht der Lobbyisten und des Geldes. Politiker bemühten sich heute nicht mehr um den Durchschnittsbürger, "Big Business" sei ihnen wichtiger. Lessigs Lösungsvorschläge im Kern: neue Formen der Bürgerbeteiligung bei der Finanzierung und Durchführung von Wahlen und bei der Verabschiedung von Zusatzartikeln zur Verfassung.

    Lessig, Lawrence: Republic, Lost. How Money Corrupts Congress – and a Plan to Stop it. – New York: Twelve, Hachette, 2012. 391 S., graph. Darst, Reg., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49456 verfügbar.

  • Abgewirtschaftet

    Hochverschuldet und eingeschränkt handlungsfähig: Europa verspielt das Vertrauen seiner Bürger

    Wesentliche Krisenursachen sind dem Autor zufolge ein globaler Liquiditätsüberschuss, der international verflochtene, von der Realwirtschaft abgekoppelte Finanzsektor, und wirtschaftliche Ungleichgewichte. Die Probleme drohen die Reparaturfähigkeit der Staaten zu übersteigen, Wohlstand und Demokratie sind gefährdet. Dabei gäbe es Gegenmaßnahmen: konservative Geldpolitik der Notenbanken, strikte Regulierung des Finanzsektors, umfassender Ausbau einer Fiskalunion. Für Euroland ein langer und steiniger Weg.

    Müller, Henrik: EuroVision. Warum ein Scheitern unserer Währung in die Katastrophe führt. – Frankfurt/Main: Campus Verlag, 2012. 227 S., Lit. Hinw., Reg. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49498 verfügbar.

  • Zerrissenes Land

    Ursachen und Verlauf des Bürgerkriegs in Syrien

    Am Anfang stehen, wie fast immer, ökonomische Ungleichheit, Willkür und Unterdrückung durch Geheimdienste und Militär. Dann, überraschend für Regime und Oppositionelle, demonstriert friedlich die Bevölkerung; wegen der Reaktion des Regimes schlagen die Proteste in Gewalt um. Die Instrumentalisierung der Religion, das internationale Interessengeflecht, das eine Intervention wie in Libyen verhindert, die zunehmend ausweglose Lage Assads: All das wird kenntnisreich und nachvollziehbar beschrieben.

    Helberg, Kristin: Brennpunkt Syrien. Einblick in ein verschlossenes Land. – Freiburg: Herder, 2012. 272 S. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49457 verfügbar.

  • Der Kampf gegen den Krieg

    Wird die Welt friedlicher? Ja, lautet die These von Joshua S. Goldstein – die Zahl der Kriegstoten sinkt kontinuierlich

    Allen medialen Berichten zum Trotz: Die Zahl der bewaffneten Konflikte und Kriegstoten nimmt Goldstein zufolge seit dem Ende des Kalten Krieges kontinuierlich ab. Gründe sind die internationale Aufmerksamkeit, die viele Konflikte einhege, aber auch die Wirksamkeit von Peacekeeping-Missionen. Das Buch bietet zudem Einblick in die Methoden der Konfliktforschung – mit welchen Daten gemessen wird, wie sie erhoben werden, wie zuverlässig und vergleichbar sie über längere Zeiträume sind. Lesenswert.

    Goldstein, Joshua S.: Winning the War on War. The Decline of Armed Conflict Worldwide. – Washington/N.Y.: Plume, 2012. 385 S., Reg., Lit.Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49352 verfügbar.

  • Absturz in die Bedeutungslosigkeit?

    Die Rolle Europas in der amerikanischen Außenpolitik

    Die These vom Bedeutungsverlust Europas in der US-Außenpolitik ist verbreitet – doch ist sie wissenschaftlich haltbar? Alexander Höse hat Strategiepapiere, Reden, Erklärungen, Stellungnahmen und Reisen der relevanten Akteure der amerikanischen Außenpolitik von 1990 bis 2010 untersucht. Sein Fazit: Die Behauptung vom Bedeutungsverlust Europas finde „nur wenig Bestätigung“. Vielmehr gebe es einen Wandel des amerikanischen Europabildes – „vom Objekt zum Subjekt, vom Schauplatz zum Akteur“.

    Höse, Alexander: Die Bedeutung Europas in der Außenpolitik der USA. Salienz und Europabilder in der Exekutive und im Kongress. – Wiesbaden: Springer VS, 2012. 356 S., Tab., graph. Darst., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49334 verfügbar.

  • Ein britischer Journalist in Russland

    Seine Erfahrungen zeigen einen Staat, der Einschüchterung und Ausweisung gegen kritische Berichterstattung nötig hat.

    Was beschreibt der Autor? Politik und Staatsorgane sind ein Bereicherungssystem, das auf Korruption und Macht gegründet ist. Mehrere Gruppen konkurrieren um Pfründe, die verteidigt werden müssen. Als Gefahr werden auch ausländische Spione gesehen, die Russland destabilisieren wollen. Könnte man z.B. die Schweiz so destabilisieren? OK. Die russischen Eliten glauben das aber für ihr Land. Und sie haben Recht. Sie übersehen aber, dass sie selbst die Ursache für die Brüchigkeit des Systems sind.

    Harding, Luke: Mafia Staat. Ein Reporter in Putins Russland. – London: Weltkiosk, 2012. 351 S. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49261 verfügbar.

  • Deutschland in der globalisierten Welt

    Ein Geflecht von Faktoren bestimmt Deutschlands äußere Sicherheit und innere Stabilität. Welche sind es?

    Dieses Buch listet sie auf. Geopolitische Veränderungen im globalen Machtgefüge bis hin zu einzelnen Krisen und Konflikten. Immer wird der Bezug zu Deutschland hergestellt. Gesellschaftliche Veränderungen, Demographie, Islamisierung, Ressourcenverknappung, Schuldenkrise. Der Autor ist kritisch. Die Regierung habe in nahezu allen Fällen versagt. Da wird es so viele Bewertungen wie Leser geben. Die Stärke des Buchs liegt in der enzyklopädischen Zusammenschau der Vielzahl der Faktoren.

    Farwick, Dieter: Wege ins Abseits. Wie Deutschland seine Zukunft verspielt. – Bielefeld: Osning-Verlag, 2012. 336 S., Reg., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49271 verfügbar.

  • Ein schleichender Prozess. Bodenverknappung

    Um Boden konkurrieren Finanzinvestoren, Agroindustrie und Staaten. Die einen suchen Profit, die anderen Nahrung.

    Hierzulande wird z.B. Mais zunehmend zur Energiegewinnung angebaut, nicht für Ernährung. Es ist profitabler. Bauern können die Pacht nicht mehr zahlen. In Afrika kaufen oder pachten reiche Staaten Land, weil die eigene Ackerfläche zur Ernährung ihrer Bevölkerung nicht mehr ausreicht. Die meisten Menschen in Afrika aber sind arm, bei steigenden Nahrungsmittelpreisen sind Konflikte vorprogrammiert. Diese Prozesse beschreibt der Autor umfassend und in allen Verästelungen. Lesenswert.

    Bommert, Wilfried: Bodenrausch. Die globale Jagd nach den Äckern der Welt. – Köln: Eichborn, 2012. 384 S., Reg., Ill., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49301 verfügbar.

  • Unternehmen und Konfliktmanagement

    Die Erwartungen an Unternehmen im Bereich Sicherheitspolitik steigen, Stichwort Global Compact. Was können sie leisten?

    Wie können Unternehmen zum Gelingen des Friedensprozesses in Nordirland beitragen? Indem sie helfen, eine der zentralen Ursachen von Konflikten zu bekämpfen: wirtschaftliche Benachteiligung. Der vorliegende Band befasst sich mit drei Firmen und ihrem Erfolg bei der Konfliktlösung. Die Untersuchung zeigt: Die Möglichkeiten privater Akteure sollten nicht überschätzt werden. Das Buch ist auch ein Beleg für die schlichte Erkenntnis: Es gibt keine religiösen, sondern nur Verteilungskonflikte.

    Haidvogl, Andreas: Unternehmen als Friedensmacher? Zur Rolle privatwirtschaftlicher Akteure im nordirischen Friedensprozess. – Baden-Baden: Nomos, 2012. 238 S., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49276 verfügbar.

  • Geld, Macht und Schulden

    Grundannahmen der Ökonomen sind falsch. Ein Anthropologe rollt die Irrtümer systematisch auf. Sapiens ist anders.

    Die Ökonomiebegriffe Tauschhandel, Geld und Markt werden auf ihren Realitätsgehalt untersucht. Nachgezeichnet wird die Fehlentwicklung vom Tausch von Dingen zwischen Personen auf Vertrauensbasis, das Auftreten von Machtbeziehungen bis zum heutigen Schuldenverständnis. Was lehrt das Buch? Anthropologen, Verhaltensforscher, Neurologen und weitere müssen zusammenlegen. Ziel: der Entwurf einer dem Menschen besser angepassten Gesellschaft. Das Buch könnte ein Meilenstein auf diesem Weg sein.

    Graeber, David: Schulden. Die ersten 5.000 Jahre.– Stuttgart: Klett-Cotta, 2012. 536 S., Lit. Hinw., Reg. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49297 verfügbar.

  • Wachstum als Lösung aller Probleme?

    Bei vielen drängenden Fragen sehen Politik und traditionelle Ökonomie keine andere Lösung als Wirtschaftswachstum.

    Andererseits weiß jeder, dass bei begrenzten Ressourcen unbegrenztes Wachstum nicht möglich ist. Wie passt sich die Gesellschaft daran an? Das Buch von Reinhard Loske zeigt Wege. Leider zeigt es auch: Es gibt viele lose Fäden, lediglich Skizzen einer neuen Gesellschaftsordnung – aber kein mehrheitsfähiges Gesamtbild. Vielleicht ist das auch nicht möglich, sondern nur eine teilweise Annäherung, über Versuch und Irrtum. Letztlich aber geht es um die Schlüsselfrage dieses Jahrhunderts.

    Loske, Reinhard: Wie weiter mit der Wachstumsfrage? – Rangsdorf: Basilisken-Presse, 2012. 88 S., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49275 verfügbar.

  • Arabischer Frühling unter der Lupe

    Eine kundige und detailreiche Übersicht zu Ursachen und Verlauf der Revolte

    Die Autoren, beruflich vor Ort, schildern Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Aufstände. Eine Mischung aus sozialer Benachteiligung und politischer Unterdrückung war der Sprengsatz in allen Fällen. Ohne den zündenden Funken aus Tunesien aber wären andere Regime noch lebendig. Etwas mehr Raum wünschte man sich für die Beschreibung des Lebensalltags, dessen Hoffnungslosigkeit die Revolten verständlich macht. Dennoch ein empfehlenswertes Buch.

    Noueihed, Lin; Warren, Alex: The Battle for the Arab Spring. Revolution, Counter-revolution and the Making of a New Era. – New Haven: Yale University Press, 2012. 350 S., Ill., Reg., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49253 verfügbar.

  • Die Welt auf dem Weg zu Global Zero. Ein Zwischenbericht.

    Konferenzen zu Nuklearthemen haben Konjunktur: Über 30 Staats- und Regierungschefs im März, im Mai Obama und Putin.

    Nach dem Aufruf von Shultz et al. 2007 und der Wahl Obamas zum Präsidenten kam positive Bewegung in den Prozess der nuklearen Abrüstung. Können Abrüstung und Nichtverbreitung erreicht werden, fragt der Praktiker Heinz Blix. Weitere Beiträge untersuchen Nuklearterrorismus, die Rolle taktischer Waffen in Europa und natürlich die Diskussion in den USA. Über diese und weitere Themen wird der Leser ausführlich informiert. 2012 werden Nuklearfragen für Politik und Bürger unvermeidlich sein.

    Gärtner, Heinz (Hrsg.): Obama and the Bomb: The Vision of a World Free of Nuclear Weapons. – Frankfurt/Main: Lang, 2011. 311 S., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49130 verfügbar.

  • Nuklearer Iran

    Lange dümpelte das Problem vor sich hin, nun aber sind neue Entwicklungen absehbar.

    Der Sammelband bietet eine kompetente Revision des gesamten Themenkomplexes mit Szenarien für die nähere Zukunft. Der Stellenwert des Programms innerhalb des Iran, die Reaktion der Staatengemeinschaft mit einer Bewertung des Erfolgs von Diplomatie und Sanktionen. Ferner eine Einschätzung der militärischen Optionen. Für die interessanteste Frage aber sei empfohlen der Beitrag „What if? Learning to live with a nuclear Iran” von K. H. Kamp.

    Krause, Joachim (Hrsg.): Iran's Nuclear Programme: Strategic Implications. – Abingdon: Routledge, 2011. 193 S., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49146 verfügbar.

  • Gibt es in Europa noch andere Themen als Krise?

    Aber ja. Rund 60 Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft blicken in die Zukunft Europas.

    Aufgeteilt in Kommissionen, legen sie sechs lesenswerte Berichte zu Entwicklungsmöglichkeiten der EU vor. Themen: Finanzkrise, Landwirtschaft, Energie-/Klimapolitik, Außen-/Sicherheitspolitik, Nachbarschaftspolitik und Demokratie. Vor allem durch eine Demokratisierung und damit erhöhte Legitimität der Institutionen der EU bei den Bürgern versprechen sich die Autoren einen größeren Zusammenhalt. Und der ist nötig, damit Europa in der neuen Weltordnung nicht zur Randerscheinung wird.

    Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.): Solidarität und Stärke: zur Zukunft der Europäischen Union. – Berlin 2011. 202 S. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49140 verfügbar.

  • Afghanistan aus ganz anderer Sicht

    Private Briefe aus der Zeit von 2006 bis 2007. Die Sicht eines UN-Sondergesandten, direkt und unverstellt.

    Man sieht Politik live. Zwei Beispiele: ein zum Christentum konvertierter Moslem soll gerettet werden. Ein Räderwerk aus großen Worten, Interessen, Opportunismus, ängstlicher Vorsicht und Hilfsbereitschaft läuft an. Es gelingt knapp. – Das ehrliche Bemühen um Sicherheit: Wer sind die Taliban, die Selbstmordattentäter? Wie wird „Counterinsurgency“ erfolgreich? Und die Erfolglosigkeit. Man sieht das Scheitern des Sapiens an sich selbst. Ein sehr schönes Buch. Auch für Verhaltensforscher.

    Koenigs, Tom: Machen wir Frieden oder haben wir Krieg? Auf UN-Mission in Afghanistan. – Berlin: Wagenbach, 2011. 269 S., Ill. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP verfügbar.

  • Die inneren Probleme Irans

    Iran ist in den Schlagzeilen wegen des Atomwaffenprogramms, über die inneren Entwicklungen wird selten berichtet.

    Das Buch beschreibt eine zerrissene, gescheiterte Gesellschaft. Nach dem Tod des Integrators Khomeini versagte das politische System als Grundlage eines als gerecht empfundenen Interessenausgleichs. Viele Akteure kämpfen um Anteile an den Ressourcen des Landes, darunter Premier Ahmadinedschad als Vertreter der „Frontkämpfer“ (Krieg gegen Irak) und der „Armen“. Alle aber eint Nationalstolz, die iranische Atombombe ist wohl nicht zu verhindern. Was dann? Zeit für eine KSZE in Nahost?

    Zamirirad, Azadeh (Hrsg.): Das politische System Irans. – Potsdam: Universität Potsdam, WeltTrends Lehrtexte 12, 2011. 2. erw. Auflage, 211 S., graph. Darst., Tab., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP verfügbar.

  • Eurokrise oder was?

    Die EU und einige Mitgliedsländer sind in einer Krise. Aber was ist das für eine Krise?

    Man mag dem Autor in zahlreichen Details nicht zustimmen, aber in zentralen Befunden kommt er der Realität wohl näher als viele andere. Ursache der Krise ist Staatsverschuldung, nicht die Finanzmärkte oder Spekulanten. Remedur: ein entpolitisiertes Verfahren für Staatsinsolvenzen mit Beteiligung privater Gläubiger. Rettungsschirme schaffen nur Zeit, lösen das Problem nicht. Und Patient EURO ist recht stabil nach außen (Wechselkurs) und innen (Inflation). Eine Bankenkrise ist eher wahrscheinlich.

    Luksic, Oliver: Ist der Euro noch zu retten? Zwischen Finanzmarktkrise und Staatsbankrott. Mit einem Vorwort von Theo Waigel. – Baden-Baden: Nomos, 2011. 120 S., graph. Darst., Tab., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 48991 verfügbar.

  • Strategische Kommunikation

    Gibt es das in Deutschland? Noch nicht, wird behauptet.

    Im Buchtipp des letzten Monats „Bewährungsproben einer Nation“, wurde ein Thema zu kurz behandelt: die Rechtfertigung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit. Ausführlich geschieht dies im Sammelband „Den Krieg erklären“. Ein schöner Begriff ist schon parat: strategische Kommunikation. Wie aber ist der Begriff inhaltlich zu füllen? Empfohlen sei hierzu der Beitrag von R. Kiesewetter. Er enthält Vorschläge von der institutionellen Verankerung bis zur Nutzung neuer Medien.

    Zowislo-Grünewald, Natascha; Buch, Detlef; Schulz, Jürgen (Hrsg.): Den Krieg erklären: Sicherheitspolitik als Problem der Kommunikation. – Frankfurt/Main: Lang, 2011. 263 S., Ill., graph. Darst. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49046 verfügbar.

  • Bundeswehr und neue Weltordnung

    Von der territorialen Verteidigung zu Auslandseinsätzen

    Die Strukturveränderungen im internationalen System sind bei der Bundeswehr angekommen. Sie wird reformiert, an Auslandseinsätze angepasst. In dem Sammelband werden Probleme rund um diesen Themenkomplex behandelt. Ausgehend von der Frage „Warum Auslandseinsätze“ über das Kapitel „Der Weg zum Einsatz“ mit Stellungnahmen aller Bundestagsparteien, bis zum Kapitel „Der Einsatz“. Etwas kurz wird ein zentrales Thema behandelt: die Rechtfertigung von Auslandseinsätzen in der Öffentlichkeit.

    Schwegmann, Christoph (Hrsg.): Bewährungsproben einer Nation: die Entsendung der Bundeswehr ins Ausland. Mit einem Vorwort von Volker Rühe. – Berlin: Duncker & Humblot, 2011. 243 S., Lit. Hinw. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 48981 verfügbar.

  • Deutschland und Polen

    Wurde die Vergangenheit überwunden?

    Ab Juli hat Polen die EU-Präsidentschaft, der deutsch-polnische Nachbarschaftsvertrag besteht seit 20 Jahren. Alles in Ordnung in den bilateralen Beziehungen? In keinem anderen Fall kriecht die Vergangenheit so misstrauisch in die Gegenwart. „Erwachsene Nachbarschaft“ hat das Deutsche Polen-Institut seinen Sammelband genannt. Mehrere Beiträge behandeln eben diese Frage. Insgesamt deckt das Buch so gut wie alle Aspekte der deutsch-polnischen Beziehungen ab, von Kino, Kunst und Kirche bis zum Jazz.

    Bingen, Dieter et al. (Hrsg.): Erwachsene Nachbarschaft: die deutsch-polnischen Beziehungen 1991 bis 2011. – Wiesbaden: Harrassowitz in Kooperation mit der Stiftung für Deutsch-Polnische Zusammenarbeit (Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt; Bd. 29), 2011. 459 S. Dieses Buch ist in der Bibliothek der DGAP unter der Signatur DG 49008 verfügbar.

  • Demokratie in arabischen Ländern?

    Wie die EU auf die Umbrüche reagieren könnte.

    Zur Zeit wird viel geschrieben über Demokratiebewegungen in arabischen Ländern. Mohammed Bouazizi, Auslöser der Bewegungen, wollte aber nur ein Leben in weniger Armut und mehr Würde, wie viele andere auch. Die Anführer der Protestbewegungen fordern Demokratie. Was erwarten die Menschen? Was sollte die EU tun? Der Sammelband enthält viele Vorschläge. Die Autoren stammen aus arabischen Ländern oder leben noch dort, kennen die Verhältnisse. Grundtenor: gefragt ist Hilfestellung, keine Einmischung.

    Al-Anani, Khalil: The Future of the Mediterranean: Which Way for Europe and North Africa?. – Gütersloh: Bertelsmann Stiftung (Europe in Dialogue; 2011/01), 2011. 126 S.

  • Gemeinsam stark? Die künftige Zusammenarbeit von UNO und NATO

    UNO und NATO sind zentrale Organisationen der Staatengemeinschaft, oft arbeiten sie eng zusammen: auf dem Balkan, in Afghanistan, zuletzt an der somalischen Küste und in Pakistan. Nicht immer verläuft diese Zusammenarbeit reibungslos. Welche Probleme gibt es? Wie ließe sich die Kooperation der Organisationen verbessern? Der vorliegende Band benennt die wichtigsten Schritte: Die Aufgabenverteilung muss geklärt, die Koordinierung und Planung gemeinsamer Einsätze verbessert werden.

    Smith-Windsor, Brooke A. (Hrsg.): The UN and NATO: Forward from the Joint Declaration. Mit einem Vorwort von Stéphane Abrial. Rom: NATO Defense College (Forum Paper Series/NATO Defense College 17), 2011. 128 S.

Öffnungszeiten

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  • Dienstag, Mittwoch:

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  • Aufgrund einer externen Veranstaltung schließt der Lesesaal am 15.11.2017 bereits um 14:00 Uhr.

 

 

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