Ausgabe September 2007

Islam in Europa. Gewinn oder Gefahr? Is purchaseable

Titelthema

  • Keine Religion wie jede andere

    Im Westen ankommen - aber wie? Wege zur Integration des Islam

    von Otto Kallscheuer | Europa

    Über Jahrhunderte verkörperte der Islam für Europa das „Andere“, zuweilen gar den Feind. Doch heute gilt es, Wege zu finden, muslimische Religiosität in Europa zu integrieren. Voraussetzung dafür: der Abschied von einem primär national regulierten und an der ethnischen Herkunft orientierten Religionsverständnis.

  • Meister Proper

    Amsterdam: Wie ein Marokkaner seinen Landsleuten westliche Werte eintrichtert

    von Kerstin Schweighöfer | Niederlande, Integration

    Ghettobildung, Verwahrlosung, Hass auf die fremde Heimat: Der Amsterdamer Stadttteil Slotervaart spiegelte exemplarisch das Scheitern einer Politik, die von den Einwanderern nichts fordert und alles erlaubt. Doch die Niederlande sind aufgewacht: Keiner steht besser für den Kurswechsel als Bürgermeister Marcouch, der als „Superbulle“ Null-Toleranz predigt.

  • Galilei und Rushdie

    Zwei Ketzter, zwei Opfer religiöser Orthodoxie: ein Vergleich

    von Sadik J. Al-Azm | Religion

    Seit Mitte des 19. Jahrhunderts setzen sich auch muslimische Intellektuelle mit den Erkenntnissen und Folgen der europäischen Aufklärung auseinander. Lassen sich Wissenschaft und Islam miteinander vereinbaren? Der Ausgang der Debatte ist offen. Aber der Umgang mit dem Häretiker Rushdie weist verblüffende Parallelen zum Fall Galilei auf.

  • Freidenker leben gefährlich

    Wer den Koran wissenschaftlich analysiert, setzt sein Leben aufs Spiel

    von Fakhri Saleh | Arabische Länder

    Der Koran kann als ein Code, als Stück Geschichte oder als literarisches Werk verstanden werden. Immer mehr arabische Forscher analysieren die heilige Schrift der Muslime mit wissenschaftlichen Methoden. Doch an arabischen Hochschulen kommen sie nicht zu Wort – einige von ihnen erhalten sogar Todesdrohungen.

  • Zwischen „Euro-Islam“ und Islamophobie

    Einheit in Vielfalt? Wider den Zwang Europas Muslime zu institutionalisieren

    von Sabine Riedel | Deutschland, Religion

    Lässt sich der Islam von außen „europäisieren“? Muss er sich nach dem Vorbild der christlichen Kirchen institutionalisieren, um für Europas Mehrheitsgesellschaften akzeptabel zu werden? Solche Versuche, einen okzidental domestizierten „Euro-Islam“ heranzuzüchten, müssen fehlschlagen. Und, noch schlimmer: Sie fördern islamistische Ideologen.

  • »Ideologisierung ist eine Epidemie«

    Warum Islam und Demokratie kein Widerspruch sind

    von Ayatollah Ghaemmaghami

  • Die Integration religiöser Symbole

    Kopftuch und kein Konsens: viel zu tun für die Islamkonferenz

    von Riem Spielhaus | Deutschland, Integration

    Wenn Integration ernst gemeint ist, muss auch nichtchristliche Religiosität sichtbar sein können, ohne als Bedrohung empfunden zu werden. Der Umgang mit islamischen Symbolen ist von Vorurteilen geprägt, die es vor allem muslimischen Frauen erschweren, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Es gibt noch viel zu tun für die Deutsche Islamkonferenz.

  • Amerika, machst du es besser?

    Warum muslimische Einwanderer in den USA besser integriert sind als in Europa

    von Marcia Pally | Vereinigte Staaten von Amerika, Integration

    Im Gegensatz zu europäischen Muslimen verüben muslimische Amerikaner keine Selbstmordattentate gegen ihr Gastland, und sie müssen sich ihrer Identität auch viel weniger durch rebellisches islamistisches „Anderssein“ vergewissern. Worin unterscheidet sich das amerikanische Integrationsmodell vom europäischen? Ein interkultureller Vergleich.

Internationale Politik

  • Europas sanfter Imperialismus

    Wie man Imperium wird, ohne es selbst zu merken

    von Alan Posener | Europa, Europäische Union

    Die Vorstellung, dass ein Bewohner Istanbuls, Kiews, ja, Tel Avivs oder Casablancas eines Tages sagt: „civis europaeus sum“, erfüllt die einen mit Stolz, die anderen mit Verlustängsten. Doch stehen hier lediglich zwei Varianten imperialer europäischer Politik zur Debatte. Nicht Amerika, Europa ist das Imperium der Zukunft.

  • Ein Sieg des Islams über Europa?

    Wohin die Türkei nach dem AKP-Triumpf steuert, hängt auch von der EU ab

    von Jürgen Gottschlich | Türkei, Staat und Gesellschaft

    Viele Türken haben die Erdogan-Partei gewählt, weil sie dem Land Wachstum und Wohlstand beschert hat. Auch die Öffnung zur EU hat die AKP betrieben, während die säkularen Parteien auf ihrem europafeindlichen Nationalismus beharrten. Doch wenn sich die Tür nach Europa schließen sollte, entfällt der Zwang zur Modernisierung. Was dann?

  • Das große Durcheinander

    Dringend gesucht: eine identitätsstiftende arabische Ideologie

    von François Zabbal | Naher und Mittlerer Osten/Nordafrika, Konflikte und Strategien

    Der Irak-Krieg, Syriens Rauswurf aus dem Libanon, der Wahlsieg der Hamas und der Sieg der Hisbollah über Israel haben das bisherige Machtgefüge des Nahen Ostens zum Einsturz gebracht. Die Eliten sind verunsichert, die Feindbilder stimmen nicht mehr – aber statt einer Debatte herrscht ratloses Schweigen. Neue Konzepte sind nicht in Sicht.

  • Palästina und die Welt – eine Hassliebe

    Die Zeit für einen Neuanfang scheint günstig - wenn alle Beteiligten ihn wollen

    von Daoud Kuttab | Arabischer Osten/Israel, Bilaterale Konflikte

    Seit 40 Jahren zerbricht sich die Welt den Kopf, wie dieser endlose Konflikt zu lösen ist. Generationen von Vermittlern haben sich daran die Zähne ausgebissen; beide Seiten beharren auf ihren Standpunkten, Fehlern und Ängsten. Im Moment ist die Zeit für einen entschlossenen Neuanfang günstig – aber er muss von allen Beteiligten gewollt sein.

  • Manager an drei Fronten

    Die Zwischenbilanz des UN-Generalsekretärs Ban Ki-moon ist durchwachsen

    von Manuel Fröhlich | Weltweit, Vereinte Nationen

    Implementation statt Innovation bestimmte bislang die Agenda des UN-Generalsekretärs. Auch in naher Zukunft sind groß angelegte Reformvisionen von Ban Ki-moon nicht zu erwarten. Langfristig aber wird der Nachfolger Kofi Annans sich kaum in konzeptioneller Bescheidenheit üben können.

  • Wenn der Iran Nuklearmacht würde …

    ... wäre die atomare Abschreckung auch gegen Teheran wirksam?

    von Karl-Heinz Kamp | Iran, Rüstungskontrolle & Massenvernichtungswaffen

    Die nuklearen Ambitionen des Iran bestimmen seit langem die internationale Sicherheitsdebatte. Mit immer neuen Kombinationen von Anreizen und Sanktionen wird versucht, Teheran von seinem gefährlichen Kurs abzubringen. Was wäre, wenn das letztlich doch nicht gelingt und der von Mullahs regierte Gottesstaat Iran zur Nuklearmacht wird?

  • Ruf der Region

    Die Europäische Union braucht dingend eine Schwarzmeer-Kooperation

    von Andreas Schockenhoff | Europa, Europäische Nachbarschaftspolitik

    Mit ihrer jüngsten Erweiterung wächst die Europäische Union an den Schwarzmeer-Raum heran, berührt uns dessen Entwicklung unmittelbar. Doch mit einer rein bilateralen Nachbarschaftspolitik ist es für Brüssel nicht mehr getan. Zeit für eine stärkere Zusammenarbeit, um die Chancen der Region zu nutzen und ihre Konflikte zu schlichten.

  • Flüchten oder Standhalten

    Wer den Abzug aus Afghanistan fordert, muss die Konsequenzen benennen

    von Timo Noetzel, Sibylle Scheipers | Afghanistan, Deutsche Außenpolitik

    Im Vorfeld der Bundestagsdebatte über die Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes werden Stimmen laut, die einen schnellen Abzug deutscher Truppen fordern. Braucht Deutschland eine Exit-Strategie für Afghanistan? Ist der Rückzug aus der Operation Enduring Freedom (OEF) sinnvoll? Was fehlt, ist eine klare Strategie des Einsatzes.

  • Genozid oder zionistische Verschwörung?

    Die Dafur-Krise im Spiegel arabischer Medien

    von Götz Nordbruch | Südsudan, Humanitäre Intervention

    In den arabischen Medien wird die Darfur-Krise äußerst kontrovers diskutiert

  • Die neue Furcht vor dem Islam

    Buchkritik

    von Joseph Croitoru | Westliche Welt

    Sechs Jahre nach dem 11. September beherrscht eine neue Angst zunehmend den hiesigen Blick auf den Islam: das Gefühl, der Westen beuge sich immer stärker dem Druck der islamischen Welt. Nicht zuletzt verantwortlich für diesen Eindruck ist eine alarmistische Berichterstattung in den Medien. Auch der Buchmarkt hat den Trend längst erkannt.

  • Der weise Riese

    Buchkritik

    von Thomas Speckmann | Volksrepublik China, Internationale Politik/Beziehungen

    Wirtschaftlich ist China ein Riese. In der zweiten Jahreshälfte 2006 hat das Land mehr Waren ausgeführt als die USA. Nächstes Jahr wird man voraussichtlich Deutschland als Exportweltmeister ablösen. Doch ist China auch politisch und militärisch schon in der Lage, die Rolle einer verantwortungsvollen Groß- oder gar Weltmacht zu übernehmen?

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